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Krebs des Zentralen Nervensystems

ICD-10 C70–C72
2017

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2015 / 2016

FrauenMänner
Neuerkrankungen3.0903.938
standardisierte Erkrankungsrate¹5,37,4
Sterbefälle2.7213.383
standardisierte Sterberate¹4,05,9
5-Jahres-Prävalenz6.0007.500
10-Jahres-Prävalenz9.20011.100
relative 5-Jahres-Überlebensrate*24 %21 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*20 %16 %

Krebs­erkrankungen des Zentralen Nerven­systems (ZNS) betreffen zu 95 Prozent das Gehirn, die übrigen 5 Prozent verteilen sich auf die Hirn- und Rücken­marks­häute, Hirn­nerven und das Rückenmark.

ZNS-Tumoren können in jedem Lebens­alter auftreten. Histologisch finden sich bei Erwachsenen über­wiegend vom Stütz­gewebe der Nerven­zellen ausgehende Gliome, davon sind fast drei Viertel Glio­blastome (Astro­zytom Grad IV) mit ungünstiger Prognose. Im Säuglings- und Klein­kind­alter überwiegen dagegen embryo­nale Tumoren.

Im Jahr 2017 erkrankten in Deutschland etwa 3.090 Frauen und 3.938 Männer an bösartigen Tumoren des ZNS. Seit 1999 werden keine deutlichen Veränderungen der Erkrankungs- und Sterbe­raten beobachtet.

Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C70 – C72, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard). Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C70 – C72, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard)

Die relativen 5-Jahres-Überlebens­raten für bösartige ZNS-Tumoren liegen für Männer bei 21 Prozent und für Frauen bei 24 Prozent. Nicht berücksichtigt sind in diesen Zahlen histo­logisch gutartige ZNS-Tumoren oder solche unsicheren oder unbekannten Verhaltens, die je nach Lokalisation ebenfalls zu Kompli­kationen oder sogar zum Tode führen können. Für diese Diagnosen ist zusammen mit etwa 6.000 Neu­erkrankungen pro Jahr zu rechnen, von denen knapp zwei Drittel von den Hirn­häuten ausgehen. Frauen sind hiervon deutlich häufiger betroffen.

Trotz Forschung wenig über Risikofaktoren bekannt

Die Auslöser der verschie­denen Hirn­tumoren sind bisher weit­gehend unklar. Patien­tinnen und Patienten mit sehr seltenen erblichen Tumor­syndromen haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an einem Hirn­tumor zu erkranken. Nach einer thera­peu­tischen Kopf­be­strahlung ist das Risiko leicht erhöht, nach einer langen Latenz­zeit an einem Hirn­tumor zu erkranken. Dies gilt ins­be­sondere bei Be­strah­lungen im Kindes- und Jugend­alter. Auch eine Computer­tomo­graphie im Kindes­alter kann das Risiko für einen Hirn­tumor möglicher­weise gering­fügig erhöhen.

Ein eindeu­tiger Zusammen­hang zwischen Mobil­telefon­nutzung und Hirn­tumoren ist bislang nicht belegt. Ein erhöhtes Risiko lässt sich aber auch nicht zweifels­frei aus­schließen. Ins­be­sondere gilt dies für Menschen, die besonders lang und häufig mit einem Handy oder Smart­phone tele­fonieren. Viren, toxische Sub­stanzen oder Lebens­stil­faktoren wie Rauchen oder Alkohol tragen nach bisheriger Kenntnis nicht zu einer Risiko­steigerung bei.

Verwandte ersten Grades von Patien­tinnen und Patienten mit Hirn­tumoren haben ein leicht erhöhtes Risiko, selbst an einem Hirn­tumor zu erkranken. Vermutlich sind hier auch gene­tische Verände­rungen beteiligt.

Stand: 14.04.2021

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