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Krebs der Vulva (Vulvakarzinom)

ICD-10 C51
2017

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2015 / 2016

Frauen
Neuerkrankungen3.301
standardisierte Erkrankungsrate¹4,6
Sterbefälle943
standardisierte Sterberate¹1,0
5-Jahres-Prävalenz11.800
10-Jahres-Prävalenz19.200
relative 5-Jahres-Überlebensrate*71 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*66 %

Bis Anfang des Jahrzehnts wurde in Deutschland ein deutlicher Anstieg der Neu­erkrankungs- und ein leichter Anstieg der Sterberaten an bösartigen Tumoren der Vulva beobachtet, seitdem haben sich die Raten stabilisiert. 2017 erkrankten etwa 3.301 Frauen an einer bösartigen Neubildung der Vulva, 943 Frauen starben in 2017 an dieser Erkrankung. Der stärkste Anstieg der Erkran­kungs­raten war bei Frauen unter 70 Jahren zu beobachten, seit 2010 stabilisieren sich diese Zahlen jedoch.

Grafik zu altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C51, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard). Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C51, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard)

Die größte Krankheitslast liegt weiterhin bei Frauen über 70 Jahren, das mittlere Erkrankungsalter beträgt 73 Jahre. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate nach der Diagnose eines bösartigen Vulvatumors liegt bei 71 Prozent. Unter Tumoren mit gültigen Stadienangaben sind Diagnosen von geringer Ausdehnung (Stadium I, begrenzt auf Vulva/Perineum) am häufigsten (etwa 60 Prozent).

In den Bundesländern finden sich im Saarland seit mehreren Jahren die höchsten Erkrankungsraten an bösartigen Neubildungen der Vulva wie auch des Gebär­mutter­halses. Bei weitgehend vergleichbaren Sterberaten liegt die Neu­er­kran­kungs­rate in Deutschland höher als in den Nachbarländern (Vergleichs­zahlen nicht überall verfügbar).

Humane Papillomviren sind häufig Auslöser

Vulvakarzinome sind meist Plattenepithelkarzinome (etwa 90 Prozent), wobei es nichtverhornende und verhornende Formen gibt. Letztere machen 50 bis 80 Prozent der Plattenepithelkarzinome der Vulva aus.

Bei nichtverhornenden Vulvakarzinomen und ihren Vorstufen liegt häufig eine chronische Infektion mit humanen Papillomviren (vor allem HPV 16) vor. Betroffen sind meist jüngere Frauen. Verhornende Vulvakarzinome und ihre Vorstufen entstehen unabhängig von HPV vor allem bei älteren Frauen. Hauptrisikofaktoren sind autoimmunbedingte Prozesse, wie der Lichensclerosus. Das Risiko für ein Vulvakarzinom steigern auch Rauchen und eine dauernde Immunsuppression, z.B. nach Organtransplantation oder bei HIV-Erkrankung. Sie begünstigt eine HPV-Infektion und kann so das Vulvakarzinomrisiko erhöhen. HPV-ausgelöste Krebserkrankungen im Genital- und Analbereich, wie Gebärmutterhalskrebs oder Analkarzinome und die zugehörigen Vorstufen, oder der Morbus Paget der Vulva sind weitere Risikofaktoren.

Eine gezielte Früherkennung für das Vulvakarzinom und seine Vorstufen gibt es nicht. Die gesamte Vulva soll bei der gynäkologischen Krebsfrüherkennung immer mit untersucht werden. Die HPV-Impfung gilt als mögliche Prävention.

Stand: 14.04.2021

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