Navigation und Service

Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)

ICD-10 C15
2017

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2015 / 2016

FrauenMänner
Neuerkrankungen1.5875.436
standardisierte Erkrankungsrate¹2,19,0
Sterbefälle1.2334.266
standardisierte Sterberate¹1,56,8
5-Jahres-Prävalenz2.8009.900
10-Jahres-Prävalenz3.90014.100
relative 5-Jahres-Überlebensrate*24 %22 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*21 %17 %

Krebskrankheiten der Speiseröhre (Ösophagus) verursachen etwa 3,5 Prozent aller Krebstodesfälle bei Männern und 1,2 Prozent bei Frauen. Die alters­standar­disierten Sterberaten haben sich seit 1999 sowohl für Frauen als auch für Männer nur unwesentlich verändert. Männer erkranken in Deutschland drei- bis viermal häufiger und mit 67 Jahren im Mittel vier Jahre früher an Speise­röhren­krebs als Frauen. Bei beiden Geschlechtern gehen die Raten für die Alters­gruppen unter 60 Jahre zurück, während sie in den höheren Altersgruppen eher ansteigen.

Platten­epithel­karzinome, die ihren Ursprung in den Epithelien der Schleim­häute des Ösophagus finden, machen bei Frauen mit 56 Prozent den größten Anteil an den Karzinomen der Speise­röhre aus. Demgegenüber werden Adeno­karzinome, deren Ent­stehungs­ort im Drüsen­gewebe der unteren Speise­röhre liegt, nur bei etwa einem Drittel der Fälle diagnostiziert. Bei Männern hingegen ist fast jede zweite Krebs­erkrankung der Speise­röhre auf Adeno­karzinome zurückzuführen, während der Anteil an Platten­epithelkarzinomen deutlich unter 50 Prozent liegt. Insgesamt zeigt sich vor allem in der westlichen Welt eine steigende Inzidenz von Adenokarzinomen des Ösophagus, was vor allem auf eine Zunahme von Fällen der sogenannten gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) zurückgeführt wird.

Grafik zur Verteilung der bösartigen Neubildungen der Speiseröhre nach histologischem Typ und Geschlecht, ICD-10 C15, Deutschland 2015–2016. Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Verteilung der bösartigen Neubildungen der Speiseröhre nach histologischem Typ und Geschlecht, ICD-10 C15, Deutschland 2015–2016

Das Ösophaguskarzinom gehört mit relativen 5-Jahres-Überlebensraten von 24 Prozent bzw. 22 Prozent für Frauen und Männer zu den Krebs­erkran­kungen mit ungünstigen Über­lebens­aussichten. Nur jeder dritte Tumor wird in einem noch frühen Stadium (UICC I/II) diagnostiziert.

Alkohol, Rauchen und Übergewicht als wichtige Risikofaktoren

Bei Speiseröhrenkrebs unterscheidet man das häufigere Platten­epithel­karzinom vom etwas selteneren Adenokarzinom. Zu den wichtigsten Risikofaktoren für das Plattenepithelkarzinom in der Speiseröhre zählen Tabak- und Alkoholkonsum. Mit zunehmender Menge des täglich getrunkenen Alkohols steigt das Krebsrisiko. Kommen Tabak und Alkohol zusammen, verstärkt sich der schädliche Effekt.

Adenokarzinome entstehen häufig auf der Basis einer gastroösophagealen Refluxerkrankung (anhaltender Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre, chronisches Sodbrennen). Das führt zu Schleimhautveränderungen im unteren Teil der Speiseröhre: Es entsteht ein so genannter Barrett-Ösophagus, der als Krebsvorstufe gilt. Weitere wichtige Risikofaktoren sind Übergewicht und Rauchen.

Eine Motilitäts­störung der Speiseröhre und des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen (Achalasie) steigert das Risiko sowohl für Plattenepithel- als auch für Adenokarzinome deutlich. Auch eine familiäre Häufung von Erkrankungsfällen ist bekannt. Ob und in welchem Ausmaß dabei erbliche Veranlagungen oder Umweltfaktoren eine Rolle spielen, ist noch unklar.

Stand: 14.04.2021

Zusatzinformationen

Nutzerbefragung

Nutzerbefragung

Wir freuen uns über Ihr Feedback zu unserem Informationsangebot

Datenbankabfrage

Datenbankabfrage

Hier haben Sie die Möglichkeit, eigene Abfragen zu aktuellen Neuerkrankungs- und Sterberaten zu starten.