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Schilddrüsenkrebs

ICD-10 C73
2018

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2017 / 2018

FrauenMänner
Neuerkrankungen4.2701.930
standardisierte Erkrankungsrate¹10,24,7
Sterbefälle390300
standardisierte Sterberate¹0,40,4
5-Jahres-Prävalenz21.1008.500
10-Jahres-Prävalenz40.50015.800
relative 5-Jahres-Überlebensrate*95 %91 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*94 %88 %

An Schilddrüsenkrebs erkrankten 2018 etwa 4.270 Frauen und 1.930 Männer. Das mittlere Erkrankungsalter betrug bei Frauen 51 und bei Männern 56 Jahre und lag damit im Vergleich zu anderen Krebsarten relativ niedrig.
Im Zeitraum von 1999 bis 2018 sind die altersstandardisierten Erkrankungsraten in Deutschland zunächst angestiegen, insbesondere bei Frauen, inzwischen wurde jedoch ein Plateau erreicht. Dieser Anstieg ist nahezu ausschließlich auf die prognostisch sehr günstigen papillären Karzinome zurückzuführen.

Altersstandardisierte Neuerkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C73, Deutschland 1999 – 2018/2019, Prognose (Inzidenz) bis 2022, je 100.000 (alter Europastandard) Altersstandardisierte Neuerkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C73, Deutschland 1999 – 2018/2019, Prognose (Inzidenz) bis 2022, je 100.000 (alter Europastandard)

Grafik zur Verteilung der bösartigen Neubildungen der Schilddrüse nach histologischem Typ und Geschlecht, ICD-10 C73, Deutschland 2017–2018. Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Verteilung der bösartigen Neubildungen der Schilddrüse nach histologischem Typ und Geschlecht, ICD-10 C73, Deutschland 2017–2018

Die Gründe für die Zunahme sind noch nicht eindeutig geklärt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass durch einen vermehrten Einsatz von bildgebender Diagnostik mit verbesserten Untersuchungsmethoden mehr Tumoren entdeckt werden. Weltweit lassen sich ähnliche Trends beim Schilddrüsenkarzinom beobachten.

Die Sterberaten in Deutschland sind bei beiden Geschlechtern gesunken. Insgesamt hat Schilddrüsenkrebs eine günstige Prognose: Die relativen 5-Jahres-Überlebensraten liegen bei 95 Prozent bei Frauen und 91 Prozent bei Männern. Nur die selteneren anaplastischen Karzinome haben eine ungünstige Prognose.
wird in der Mehrzahl in einem frühen Stadium (UICC I) ent­deckt (88 Prozent bei Frauen, 75 Prozent bei Männern).

Ionisierende Strahlung erhöht Erkrankungsrisiko

Ionisierende Strahlung aus der Umwelt erhöht das Risiko für Schilddrüsenkrebs. Dies gilt mittlerweile als gesichert. Im Kindesalter ist die Schilddrüse besonders strahlenempfindlich. So ist das Risiko für Schilddrüsenkrebs zum Beispiel erhöht, wenn während einer Strahlentherapie die Schilddrüse im Strahlenfeld liegt. Auch die Aufnahme von radioaktivem Jod erhöht das Risiko, wie nach dem Reak­tor­unfall von Tschernobyl in den damaligen betroffenen Sowjetrepubliken fest­ge­stellt wurde.

Weitere ernährungs- oder lebensstilbezogene Risikofaktoren oder Um­welt­risiken sind derzeit nicht sicher belegt. Außerdem ist unklar, warum Frauen häufiger betroffen sind als Männer. In der Vorgeschichte vieler Patientinnen und Patienten finden sich Jodmangel und gut­artige Schilddrüsenerkrankungen, wie Struma ("Kropf") und Adenome, die das Risiko für Schilddrüsenkarzinome steigern. Ungefähr ein Fünftel der Betroffenen mit den seltenen medullären Schild­drüsen­karzinomen trägt genetische Veränderungen, die autosomal dominant vererbt werden. Das medulläre Schilddrüsenkarzinom kann auch zusammen mit anderen endokrinen Tumoren auftreten – im Rahmen einer sogenannten multiplen endokrinen Neoplasie Typ 2 (MEN 2). Auch bei den papillären Schild­drüsen­karzinomen wird eine genetische Komponente vermutet.

Stand: 29.11.2021

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