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Schilddrüsenkrebs

ICD-10 C73
2017

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2015 / 2016

FrauenMänner
Neuerkrankungen5.0402.192
standardisierte Erkrankungsrate¹10,74,5
Sterbefälle411292
standardisierte Sterberate¹0,40,4
5-Jahres-Prävalenz21.6009.000
10-Jahres-Prävalenz41.50016.100
relative 5-Jahres-Überlebensrate*94 %88 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*91 %86 %

An Schilddrüsenkrebs erkrankten 2017 etwa 5.040 Frauen und 2.192 Männer. Das mittlere Erkrankungsalter hat bei Frauen 52 und bei Männern 55 Jahre betragen. Im Zeitraum von 1999 bis 2016 haben in Deutschland die Sterberaten sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern abgenommen, während die altersstandardisierten Erkrankungsraten bei beiden Geschlechtern angestiegen sind. Dazu trugen jedoch ausschließlich die prognostisch sehr günstigen papillären Karzinome bei, die bei Frauen und Männern der häufigste histologische Typ sind. Der Anstieg betraf überwiegend Erwachsene bis zu einem Alter von 60 Jahren.

Grafik zu altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C73, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard). Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C73, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard)

Grafik zur Verteilung der bösartigen Neubildungen der Schilddrüse nach histologischem Typ und Geschlecht, ICD-10 C73, Deutschland 2015–2016. Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Verteilung der bösartigen Neubildungen der Schilddrüse nach histologischem Typ und Geschlecht, ICD-10 C73, Deutschland 2015–2016

Am ehesten wird dies auf die Zunahme der bildgebenden Diagnostik mit ver­bes­serten Untersuchungsmethoden zurückgeführt. Im internationalen Vergleich mit ausgewählten Ländern liegen die Erkrankungsraten in Deutschland im mitt­leren Bereich. Die höchsten Raten sind in USA und Frankreich aufgetreten. Schilddrüsenkrebs wird in der Mehrzahl in einem frühen Stadium (UICC I) ent­deckt (75 Prozent bei Frauen, 58 Prozent bei Männern) und hat bei relativen 5-Jahres-Überlebensraten von 94 Prozent bei Frauen und 88 Prozent bei Männern eine günstige Prognose (Ausnahme: anaplastische Karzinome mit nur 10 Prozent).

Ionisierende Strahlung erhöht Erkrankungsrisiko

Ionisierende Strahlung aus der Umwelt erhöht das Risiko für Schilddrüsenkrebs. Dies gilt mittlerweile als gesichert. Im Kindesalter ist die Schilddrüse besonders strahlenempfindlich. So ist das Risiko für Schilddrüsenkrebs zum Beispiel erhöht, wenn während einer Strahlentherapie die Schilddrüse im Strahlenfeld liegt. Auch die Aufnahme von radioaktivem Jod erhöht das Risiko, wie nach dem Reak­tor­unfall von Tschernobyl in den damaligen betroffenen Sowjetrepubliken fest­ge­stellt wurde.

Weitere ernährungs- oder lebensstilbezogene Risikofaktoren oder Um­welt­risiken sind derzeit nicht sicher belegt. Außerdem ist unklar, warum Frauen häufiger betroffen sind als Männer. In der Vorgeschichte vieler Patientinnen und Patienten finden sich Jodmangel und gut­artige Schilddrüsenerkrankungen, wie Struma ("Kropf") und Adenome, die das Risiko für Schilddrüsenkarzinome steigern. Ungefähr ein Fünftel der Betroffenen mit den seltenen medullären Schild­drüsen­karzinomen trägt genetische Veränderungen, die autosomal dominant vererbt werden. Das medulläre Schilddrüsenkarzinom kann auch zusammen mit anderen endokrinen Tumoren auftreten – im Rahmen einer sogenannten multiplen endokrinen Neoplasie Typ 2 (MEN 2). Auch bei den papillären Schild­drüsen­karzinomen wird eine genetische Komponente vermutet.

Stand: 14.04.2021

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