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Schilddrüsenkrebs

ICD-10 C73
2014
1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard
MännerFrauen
Neuerkrankungen1.8404.280
standardisierte Erkrankungsrate¹3,89,2
Sterbefälle342390
standardisierte Sterberate¹0,60,4
5-Jahres-Prävalenz8.00020.200
10-Jahres-Prävalenz14.10037.600
relative 5-Jahres-Überlebensrate87 %94 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate84 %92 %

Im Zeitraum von 1999 bis 2014 haben in Deutschland die altersstandardisierten Sterberaten für Schilddrüsenkrebs sowohl bei Frauen als auch bei Männern in geringem Ausmaß abgenommen, während die altersstandardisierten Erkrankungsraten bei beiden Geschlechtern in diesem Zeitraum erheblich angestiegen sind. Von diesem Anstieg waren ausschließlich die prognostisch sehr günstigen papillären Karzinome sowie überwiegend junge Erwachsene betroffen. Dieser Trend ist in ähnlichem Ausmaß auch in anderen Ländern zu beobachten und wird am ehesten auf die Zunahme der bildgebenden Diagnostik mit verbesserten Untersuchungsmethoden zurückgeführt, die auch im Rahmen der Abklärung anderer Erkrankungen eingesetzt werden.

Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, nach Geschlecht, ICD-10 C73, Deutschland 1999 – 2014/2015, je 100.000 (Europastandard) Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, nach Geschlecht, ICD-10 C73, Deutschland 1999 – 2014/2015, je 100.000 (Europastandard)

Innerhalb Deutschlands sind mit einigem Abstand die höchsten Erkrankungsraten in Bayern und Nordrhein-Westfalen zu beobachten, was mit ähnlich hohen Raten in Österreich und in den USA korrespondiert. Krebserkrankungen der Schilddrüse werden in der Mehrzahl der Fälle in einem frühen Stadium (T1) entdeckt (63 % bei Frauen, 52 % bei Männern). Mit relativen 5-Jahres-Überlebensraten von 94 % bei Frauen und 87 % bei Männern ist die Prognose eher günstig, ausgenommen anaplastische Karzinome mit nur 10 %.

Ionisierende Strahlung erhöht Erkrankungsrisiko

Einziger gesicherter, wenn auch vergleichsweise selten auftretender umweltbezogener Risikofaktor ist die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung, vor allem im Kindesalter. So hat die Aufnahme von radioaktivem Jod beispielsweise nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl das Risiko für Schilddrüsenkrebs in den damaligen betroffenen Sowjetrepubliken erhöht. Das Risiko ist ebenfalls erhöht bei einer Strahlentherapie, wenn die Schilddrüse im Strahlenfeld liegt.

Weitere ernährungs- oder lebensstilbezogene Risikofaktoren oder Umweltrisiken sind derzeit nicht sicher belegt. Außerdem ist unklar, warum Frauen häufiger betroffen sind als Männer. In der Vorgeschichte vieler Patienten finden sich Jodmangel und gutartige Schilddrüsenerkrankungen wie Struma (»Kropf«) und Adenome, die das Risiko für Schilddrüsenkarzinome steigern.

Stand: 06.12.2017

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