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Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

ICD-10 C61
2014
1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard
Männer
Neuerkrankungen57.370
standardisierte Erkrankungsrate¹92,7
Sterbefälle13.704
standardisierte Sterberate¹19,7
5-Jahres-Prävalenz271.800
10-Jahres-Prävalenz494.800
relative 5-Jahres-Überlebensrate91 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate90 %

Prostatakrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste Krebstodesursache bei Männern in Deutschland.

Die altersstandardisierte Erkrankungsrate hat - nach einem Anstieg über fast zwei Jahrzehnte - seit 2003 nicht weiter zugenommen und ist seit 2011 sogar deutlich rückläufig. Eine ähnliche Entwicklung ist in den meisten anderen westlichen Industrienationen zu beobachten. Sie lässt sich wahrscheinlich auf eine zunächst stetig steigende, zuletzt aber eher abnehmende Nutzung des PSA-Tests als Früherkennungsuntersuchung zurückführen. Teilweise werden dabei auch Tumoren diagnostiziert, die sonst lebenslang unerkannt geblieben wären und keine Beschwerden verursacht hätten.

Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, ICD-10 C61, Deutschland 1999 – 2014/2015, je 100.000 (Europastandard) Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, ICD-10 C61, Deutschland 1999 – 2014/2015, je 100.000 (Europastandard)

Im Gegensatz zur Erkrankungsrate ist die altersstandardisierte Sterberate seit etwa Mitte der 1990er Jahre rückläufig, seit 2007 verläuft sie annähernd stabil. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate für Prostatakrebs liegt zurzeit bei 91 %, allerdings treten Sterbefälle auch nach längerem Verlauf, etwa bedingt durch Rezidive, noch auf. Die Mehrzahl der Tumoren wird in den frühen Stadien T1 und T2 entdeckt.

Trotz Forschung wenig über Risikofaktoren bekannt

Bisher sind die Ursachen für die Entstehung des Prostatakarzinoms und die den Verlauf beeinflussenden Faktoren trotz umfangreicher Forschung im Wesentlichen unbekannt. Eine Häufung der Erkrankung unter nahen Angehörigen ist inzwischen als Risikofaktor belegt, ohne dass bereits Klarheit über beteiligte vererbbare Genveränderungen besteht.

Eindeutig ist auch die Rolle der männlichen Geschlechtshormone (Testosteron), ohne die es nicht zur Entwicklung von Prostatakrebs kommt. Zudem scheinen chronische Entzündungen der Prostata und sexuell übertragbare Erkrankungen das Prostatakrebsrisiko zu erhöhen. Zu lebensstil- und umweltbezogenen Risikofaktoren gibt es wenig gesicherte Erkenntnisse. Ein normales Gewicht und ausreichende Bewegung könnten das Risiko für ein Prostatakarzinom jedoch verringern.

Welche Früherkennungsuntersuchungen gibt es?

Das gesetzliche Früherkennungsprogramm in Deutschland beinhaltet derzeit für Männer ab dem Alter von 45 Jahren einmal jährlich die Frage nach Beschwerden oder anderen gesundheitlichen Veränderungen, die Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane sowie die Tastuntersuchung der Prostata und der Lymphknoten. Der Test auf PSA im Blut ist nicht Bestandteil der gesetzlichen Früherkennung, da der Nutzen eines bevölkerungsweiten PSA-Screenings bisher nicht zweifelsfrei belegt werden konnte.

Stand: 06.12.2017

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