Navigation und Service

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

ICD-10 C56
2014
1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard
Frauen
Neuerkrankungen7.250
standardisierte Erkrankungsrate¹11,0
Sterbefälle5.354
standardisierte Sterberate¹6,9
5-Jahres-Prävalenz20.900
10-Jahres-Prävalenz33.200
relative 5-Jahres-Überlebensrate 41 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate 32 %

Etwa eine von 71 Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Eierstockkrebs. Die altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterberaten nehmen in Deutschland seit der Jahrtausendwende deutlich ab, auch die absoluten Fallzahlen sind rückläufig.

Histologisch handelt es sich bei den bösartigen Tumoren der Eierstöcke überwiegend um mäßig bis schlecht differenzierte seröse Adenokarzinome. Einige seltene Formen von Eierstockkrebs, z.B. die Keimzelltumoren, können bereits bei Kindern und jungen Frauen auftreten. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren.

Ungünstige Prognose: Tumoren werden häufig spät entdeckt

Die Überlebensaussichten von Patientinnen mit Eierstockkrebs sind im Vergleich zu Patientinnen mit anderen Krebskrankheiten der Geschlechtsorgane eher schlecht. Das relative 5-Jahres-Überleben liegt derzeit bei etwa 41 %. Ein Grund dafür ist, dass sich bei Ovarialkrebs Symptome häufig erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkbar machen und die Tumoren daher oft spät erkannt werden.

Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, ICD-10 C56, Deutschland 1999 – 2014/2015, je 100.000 (Europastandard) Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, ICD-10 C56, Deutschland 1999 – 2014/2015, je 100.000 (Europastandard)

Hormone beeinflussen Krebsrisiko

Das Risiko, an einem Eierstockkrebs zu erkranken, steigt vor allem mit zunehmendem Alter. Unter den lebensstilbezogenen Risikofaktoren spielt Übergewicht eine Rolle. Wichtige Zusammenhänge bestehen mit hormonellen Einflussfaktoren: Kinderlosigkeit beziehungsweise Unfruchtbarkeit erhöhen, viele Geburten und längere Stillzeiten vermindern das Risiko der Erkrankung. Eine Hormonersatztherapie, insbesondere mit Östrogenmonopräparaten, bei Frauen nach der Menopause ist auch ein Risikofaktor. Dagegen haben Ovulationshemmer zur Empfängnisverhütung (»Pille«) einen schützenden Effekt. Eine Sterilisation durch Verschluss der Eileiter verringert das Risiko für Eierstockkrebs.

Auch genetische Faktoren können die Entstehung von Ovarialkrebs beeinflussen. Ein erhöhtes Risiko tragen Frauen, deren Verwandte ersten Grades Brust- oder Eierstockkrebs hatten, sowie Frauen, die selbst bereits an Brust-, Gebärmutterkörper- oder Darmkrebs erkrankt sind. Oft liegen hier Veränderungen in den Genen BRCA1 und BRCA2 vor. Sie steigern das Erkrankungsrisiko deutlich, spielen aber nur bei einer von 10 Frauen mit Eierstockkrebs eine Rolle.

Stand: 06.12.2017

Zusatzinformationen

Datenbankabfrage

Datenbankabfrage

Hier haben Sie die Möglichkeit, eigene Abfragen zu aktuellen Neuerkrankungs- und Sterberaten zu starten.