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Nierenkrebs

ICD-10 C64
2017

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2015 / 2016

FrauenMänner
Neuerkrankungen5.1658.864
standardisierte Erkrankungsrate¹7,114,9
Sterbefälle1.9853.155
standardisierte Sterberate¹2,04,6
5-Jahres-Prävalenz20.60035.500
10-Jahres-Prävalenz36.60061.200
relative 5-Jahres-Überlebensrate*77 %76 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*70 %69 %

Bösartige Neubildungen der Niere können von verschiedenen Geweben aus­gehen. Unter allen Nieren­tumoren im Erwachsenen­alter treten die Nieren­zell­karzinome (Hypernephrome) mit einem Anteil von knapp 96 Prozent am häufigsten auf. Bei Kindern, die jedoch selten betroffen sind, überwiegen die Nephroblastome (Wilms-Tumoren). Insgesamt traten in 2011 etwa 14.029 Neu­erkran­kungen auf, Männer waren fast doppelt so häufig betroffen wie Frauen.

Die altersstandardisierten Erkrankungsraten zeigen bei beiden Geschlechtern seit etwa 2008 einen Rückgang. Bei den alters­standardi­sierten Sterbe­raten ist bei Männern und Frauen über den gesamten Beob­achtungs­zeitraum ein leicht rück­läufiger Trend zu beobachten.

Grafik zu altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C64, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard). Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C64, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard)

Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 68 und für Frauen bei 72 Jahren. Die Prognose des Nierenkarzinoms ist vergleichsweise günstig, das relative 5-Jahres-Überleben liegt bei 76 Prozent für Männer und für Frauen bei 77 Prozent. Etwa 56 Prozent aller Tumoren werden in relativ frühen Stadien (UICC I/II) diagnostiziert. Beim regionalen Vergleich fallen erhöhte Erkrankungs- und Sterberaten in östlichen Bundesländern auf. Inter­national sind die Erkrankungs- und auch die Sterberate in Tschechien relativ hoch.

Rauchen, Bluthochdruck und Übergewicht sind wichtigste Risikofaktoren

Rauchen und Passivrauchen sowie Bluthochdruck und Übergewicht gelten als wichtigste Risikofaktoren. Zudem scheint mangelnde körperliche Aktivität das Risiko zu erhöhen, an Nierenkrebs zu erkranken. Eine chronische Nieren­insuf­fizienz begünstigt insgesamt und unabhängig von ihrer Ursache Tumoren dieses Organs. Sie kann zum Beispiel durch nierenschädigende Medikamente oder wiederholte Entzündungen der Harnwege verursacht werden. Auch nach einer Nierentransplantation bleibt bei den immunsupprimierten Patientinnen und Patienten das Risiko für die Entstehung eines Nierenzellkarzinoms erhöht.

Eine familiäre Disposition spielt vermutlich nur bei vergleichsweise wenigen Betroffenen eine Rolle. Etwa 4 Prozent der Nierenzellkarzinome treten bei Patientinnen und Patienten mit komplexen erblichen Erkrankungen auf, etwa bei Betroffenen mit dem von Hippel-Lindau-Syndrom. Diese genetisch bedingten Nierenzellkarzinome sind oft multifokal, beidseitig und treten häufiger schon in einem jüngeren Lebensalter auf als Nierenkrebserkrankungen bei Betroffenen ohne genetische Disposition.

Stand: 14.04.2021

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