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Nierenkrebs

ICD-10 C64
2014
1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard
MännerFrauen
Neuerkrankungen9.4805.480
standardisierte Erkrankungsrate¹16,57,8
Sterbefälle3.2432.035
standardisierte Sterberate¹5,12,2
5-Jahres-Prävalenz36.20021.900
10-Jahres-Prävalenz61.60038.000
relative 5-Jahres-Überlebensrate77 %77 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate70 %71 %

Die absoluten Neuerkrankungszahlen stiegen bei den Männern seit Ende der 1990er Jahre kontinuierlich an, während bei den Frauen seit dem Jahr 2009 ein Rückgang zu verzeichnen ist. Die altersstandardisierten Erkrankungsraten hingegen bewegen sich über den gesamten Zeitraum bei Männern und Frauen auf einem konstanten Niveau, wobei die Erkrankungsrate der Männer doppelt so hoch liegt wie die der Frauen. Bei den altersstandardisierten Sterberaten ist bei beiden Geschlechtern hingegen ein leicht rückläufiger Trend zu beobachten.

Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, ICD-10 C64, Deutschland 1999 – 2014/2015, je 100.000 (Europastandard) Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, ICD-10 C64, Deutschland 1999 – 2014/2015, je 100.000 (Europastandard)

Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Frauen bei 72 Jahren und für Männer bei 67 Jahren.

Die Prognose des Nierenkarzinoms ist vergleichsweise günstig. Etwa drei Viertel aller Tumoren werden in relativ frühen Stadien (T1 und T2) diagnostiziert. Beim regionalen bzw. internationalen Vergleich fallen relativ hohe Erkrankungs- und Sterberaten in den neuen Bundesländern sowie in den osteuropäischen Nachbarländern Deutschlands auf.

Bösartige Neubildungen der Niere können von verschiedenen Geweben ausgehen. Unter allen Nierentumoren im Erwachsenenalter treten die Nierenzellkarzinome (Hypernephrome) mit einem Anteil von knapp 96 % am häufigsten auf.

Welche Ursachen und Risikofaktoren spielen eine Rolle?

Lebensstil

Rauchen und Passivrauchen sowie Bluthochdruck und Übergewicht gelten als wichtigste Risikofaktoren. Eine chronische Niereninsuffizienz begünstigt insgesamt und unabhängig von ihrer Ursache Tumoren dieses Organs. Sie kann zum Beispiel durch nierenschädigende Medikamente oder wiederholte Entzündungen der Harnwege verursacht werden.

Umwelteinflüsse

Die berufsbedingte Exposition gegenüber nierenschädigenden Substanzen - wie beispielsweise Halogenkohlenwasserstoffen und Cadmium – kann ebenfalls das Krebsrisiko erhöhen.

Genetische Faktoren

Eine familiäre Vorgeschichte von Nierenkrebs spielt vermutlich nur bei vergleichsweise wenigen Betroffenen eine Rolle. Etwa 4% der Nierenzellkarzinome treten bei Patienten mit komplexen erblichen Erkrankungen auf, etwa bei Betroffenen mit dem von Hippel-Lindau-Syndrom.

Stand: 06.12.2017

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