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Krebs in Mundhöhle und Rachen

ICD-10 C00-C14
2017

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2015 / 2016

FrauenMänner
Neuerkrankungen4.4979.653
standardisierte Erkrankungsrate¹6,917,2
Sterbefälle1.4023.963
standardisierte Sterberate¹1,86,7
5-Jahres-Prävalenz14.60029.300
10-Jahres-Prävalenz23.10047.300
relative 5-Jahres-Überlebensrate*63 %47 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*53 %35 %

Krebserkrankungen von Mundhöhle und Rachen stellen eine heterogene Gruppe bösartiger Neubildungen dar. Histologisch kommen neben 87 Prozent Platten­epithel­karzinomen ca. 4 Prozent Adenokarzinome vor allem der Speicheldrüsen vor. Männer erkranken häufiger und im Mittel um drei Jahre früher als Frauen (Männer aktuell mit 63, Frauen mit 66 Jahren). Bei Männern werden am häufig­sten Tumoren des Oropharynx diagnostiziert, während bei Frauen Neu­bil­dungen der Mundhöhle und Lippe am häufigsten sind.

Grafik zur Verteilung der bösartigen Neubildungen des Mund-, Nasen- und Rachenraumes nach Lokalisation und Geschlecht, ICD-10 C00–C14, Deutschland 2015–2016. Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Verteilung der bösartigen Neubildungen des Mund-, Nasen- und Rachenraumes nach Lokalisation und Geschlecht, ICD-10 C00–C14, Deutschland 2015–2016

Die altersstandardisierten Er­krank­ungs­raten sind bei beiden Geschlechtern zwischen 1999 und 2011 angestiegen. Seit 2011 verlaufen die Raten bei Frauen nahezu konstant, bei Männern ist sogar ein Rückgang zu beobachten. Die entsprechenden Mortalitätsraten sind bei Männern über den gesamten Zeitraum leicht rückläufig, bei Frauen nahezu unverändert.

Grafik zu altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C00-C14, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard). Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C00-C14, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard)

Insgesamt weisen Frauen mit 63 Prozent im Vergleich zu Männern mit 47 Prozent höhere relative 5-Jahres-Überlebensraten auf. Dazu trägt ein bei Frauen geringerer Anteil durch Tabak- und Alkoholkonsum geförderter Krebs­erkrankungen von Mundboden, Zunge und Rachen bei, die mit geringeren Über­lebens­aus­sichten verbunden sind als z.B. bösartige Tumoren von Lippe und Speicheldrüsen.

Nach den vorliegenden Angaben zum UICC-Tumorstadium (in rund 70 Prozent vorhanden) wird mehr als jeder vierte bis fünfte Tumor bei Frauen im frühen Stadium (0/I) diagnostiziert, aber nur jede siebte Erkrankung bei Männern.

Tabak, Alkohol und Viren wichtigste Risikofaktoren

Die wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung einer Krebserkrankung im Bereich der Mundhöhle und des Rachens sind jede Form von Tabak- und Alkohol­konsum. Wirken beide Faktoren zusammen, verstärkt sich der Effekt erheblich.

Ein weiterer Hauptrisikofaktor sind chronische Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV), vor allem mit sogenannten Hochrisikoviren. HPV-Infektionen verursachen insbesondere Krebserkrankungen im Bereich des Rachens (Pharynx), deutlich seltener im Bereich der Mundhöhle.

Als Risikofaktor für das Nasenrachenkarzinom gelten Infektionen mit Epstein-Barr-Viren sowie der Verzehr großer Mengen von Lebensmitteln, die Nitrosamine enthalten (z.B. gesalzener Fisch). Bei Karzinomen der Lippe trägt UV-Strahlung zur Krebsentstehung bei. Es gibt Hinweise darauf, dass eine einseitige, vitamin­arme Ernährung mit über­mäßigem Konsum von Fleisch und gebratenem Essen das Risiko erhöhen kann. Bei einigen seltenen Vorerkrankungen ist unter anderem das Risiko für Krebs der Mundhöhle und der Lippen erhöht. Auch eine genetische Veranlagung für die Entwicklung von Karzinomen im Kopf-Hals-Bereich wird angenommen, da mitunter ein gehäuftes familiäres Auftreten beobachtet werden kann.

Stand: 14.04.2021

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