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Multiples Myelom

ICD-10 C90
2017

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2015 / 2016

FrauenMänner
Neuerkrankungen3.1803.675
standardisierte Erkrankungsrate¹4,05,7
Sterbefälle1.8512.287
standardisierte Sterberate¹1,93,2
5-Jahres-Prävalenz9.20011.200
10-Jahres-Prävalenz13.40016.000
relative 5-Jahres-Überlebensrate*49 %49 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*31 %33 %

Das Multiple Myelom (synonym: Plasmozytom) stellt eine bösartige Vermehrung Antikörper produzierender Plasmazellen dar. Meist tritt die Erkrankung zuerst im Knochenmark auf und bildet dort häufig mehrere Erkrankungsherde (multiples Myelom) mit entsprechenden Komplikationen, wie Knochenbrüche und -schmerzen oder Blutbildveränderungen. Nur in etwa 1 Prozent der Fälle führt ein Befall von Organen außerhalb des Knochenmarks zur Diagnose (extramedulläres Plasmozytom).

Die Erkrankung trat im Jahre 2017 in Deutschland bei etwa 3.180 Frauen und 3.675 Männern neu auf. Das Erkrankungsrisiko steigt in höherem Alter deutlich an, Erkrankungen vor dem 45. Lebensjahr sind äußerst selten (etwa 2 Prozent aller Fälle). Nach Altersstandardisierung waren die Erkrankungs- und Sterberaten bei den Frauen und Männern zuletzt nahezu konstant.

Grafik zu altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C90, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard). Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C90, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard)

Die Prognose ist mit relativen 5-Jahres-Überlebensraten von 49 Prozent bei Frauen sowie bei Männern eher ungünstig. In der Regel ist nicht mit einer dauerhaften Heilung zu rechnen. Die Krankheit kann jedoch relativ lange symptomarm verlaufen, unter Therapie sind vorübergehende Remissionen möglich.

Wenig gesicherte Risikofaktoren bekannt

Die Ursachen für die Entstehung des multiplen Myeloms sind noch weitgehend unverstanden. Eine monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) gilt als Vorstufe des multiplen Myeloms. Weitere anerkannte Risikofaktoren für ein multiples Myelom sind fortgeschrittenes Alter, männliches Geschlecht und eine familiäre Häufung.

Trotz der beobachteten familiären Häufung ist eine Erblichkeit bislang nicht sicher belegt. Auf genetische Faktoren weisen möglicherweise auch Unterschiede in der Häufigkeit in verschiedenen Bevölkerungsgruppen hin.

Chronische Infektionen, wie eine HIV-Infektion oder eine Hepatitis-C-Virusinfektion, werden mit einem erhöhten Risiko für ein multiples Myelom in Zusammenhang gebracht. Auch starkes Übergewicht ist neueren Studiendaten zufolge mit einem erhöhten Risiko verbunden.

Ob bestimmte Lebensgewohnheiten, eine Belastung mit Um­welt­giften oder eine Strahlenbelastung das Risiko für eine Myelom-Erkrankung nennenswert erhöhen, wird derzeit widersprüchlich beurteilt.

Stand: 14.04.2021

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