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Mesotheliom

ICD-10 C45
2017

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2015 / 2016

FrauenMänner
Neuerkrankungen2771.298
standardisierte Erkrankungsrate¹0,31,8
Sterbefälle2701.121
standardisierte Sterberate¹0,31,5
5-Jahres-Prävalenz5901.900
10-Jahres-Prävalenz8502.400
relative 5-Jahres-Überlebensrate*13 %8 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*5 %5 %

Das Mesotheliom bezeichnet einen seltenen Tumor des Weichteil­gewebes, der überwiegend bei Männern im höheren Lebens­alter auftritt. Die häufigste Lo­ka­li­sa­tion ist das Brust­fell, selten wird die Erkrankung am Bauch­fell diag­nos­tiziert. 2017 erkrankten in Deutschland etwa 1.298 Männer und 277 Frauen.

Mehr als 20 Jahre nach Verbot der Asbest­verar­bei­tung in Deutschland ist mitt­ler­weile ein leichter Rück­gang der alters­standar­disierten Erkrankungs­raten, jedoch noch kein klarer Rück­gang der Sterbe­raten zu erkennen. Die Erkrankungs- und Sterbe­raten bei unter 75-jährigen Männern gehen inzwischen deut­lich zurück, während sie in den höheren Alters­gruppen nicht mehr weiter zunehmen.

Vergleichsweise hohe Erkrankungs­raten zeigen sich heute im Nord­westen Deutsch­lands an (ehemaligen) Stand­orten für den Schiffs­bau, so z.B. im Land Bremen und angrenzenden Regionen und zum Teil auch an Stand­orten der Stahl­industrie, wie im Ruhr­gebiet. Vereinzelt sind auch Regionen um ehe­malige Pro­duk­tions­stätten von Asbest­produkten betroffen.

Grafik zu altersstandardisierten Neuerkrankungsraten an malignen Mesotheliomen bei Männern nach Kreisen, ICD-10 C45, Deutschland 2010–2014, je 100.000 (alter Europastandard). Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Altersstandardisierte Neuerkrankungsraten an malignen Mesotheliomen bei Männern nach Kreisen, ICD-10 C45, Deutschland 2010–2014, je 100.000 (alter Europastandard)

Das Mesotheliom gehört mit relativen 5-Jahres-Über­lebens­raten von 8 Prozent bei Männern bzw. 13 Prozent bei Frauen zu den Tumor­erkran­kungen mit sehr un­gün­sti­ger Prog­nose, entsprechend liegen die Zahlen der jähr­lichen Sterbe­fälle und Neu­erkran­kungen nah beieinander.

Asbestfasern sind wichtigster Risikofaktor

Vor allem das Einatmen von Asbest­fasern ist heute für die meisten der neu diag­nosti­zierten Mesotheliome verant­wortlich. Zwar wurde die Verarbei­tung von Asbest 1993 in Deutsch­land und später in der gesamten EU generell verboten, jedoch liegt zwischen Beginn der Exposi­tion und Mani­festa­tion der Erkrankung eine Latenz­zeit von im Mittel 30 bis 50 Jahren. Zu den betroffenen Berufs­gruppen gehören etwa Schlosser, Schweißer, Elektriker, Installa­teure, Dach­decker, Maurer, Bauarbeiter, Kraft­fahrzeug­techniker und Fliesen­leger. Etwa 1.000 neue Erkrankungs­fälle wurden 2016 von den Berufs­genos­sen­schaf­ten anerkannt, 2018 waren es knapp 900. Auch wenn eine beruf­liche Exposi­tion nicht bekannt ist, lassen sich im Rönt­gen­bild oder in Gewebe­proben häufig Asbest­fasern nach­weisen: Etwa bei Frauen, die zwar nicht selbst mit Asbest gearbeitet haben, jedoch indirekt Asbest­kontakt hatten (z.B. über Berufs­kleidung).

Gefährlich ist vor allem schwach gebundener Asbest mit hohem Faser­anteil. Dagegen gilt Asbest­zement ("Eternit"), der auch heute noch in bzw. auf vielen Gebäuden zu finden ist, als weit­gehend un­ge­fähr­lich, solange er intakt bleibt.

Weitere Risiko­faktoren spielen eine unter­geord­nete Rolle. Hierzu gehört die Exposi­tion gegenüber anderen Fasern wie z.B. Erionit oder auch eine Strahlen­therapie (des Brust- oder Bauch­raums).

Stand: 14.04.2021

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