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Malignes Melanom der Haut

ICD-10 C43
2017

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2015 / 2016

FrauenMänner
Neuerkrankungen10.86312.022
standardisierte Erkrankungsrate¹19,020,3
Sterbefälle1.2421.593
standardisierte Sterberate¹1,62,4
5-Jahres-Prävalenz48.80048.400
10-Jahres-Prävalenz90.10084.600
relative 5-Jahres-Überlebensrate*93 %91 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*92 %88 %

Im Jahr 2017 erkrankten in Deutschland rund 22.900 Personen am malignen Melanom der Haut, darunter etwa gleich viele Frauen wie Männer. Das mittlere Erkrankungsalter der Frauen ist mit 60 Jahren vergleichsweise niedrig. Männer erkranken im Mittel 8 Jahre später. Die alters­stan­dar­di­sierten Erkrankungs­raten von Frauen und Männern sind um das Jahr 2008 sprunghaft angestiegen. Dies ist wahr­scheinlich Folge des im Juli 2008 in Deutschland einge­führ­ten Haut­krebs­screenings.

Grafik zu altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C43, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard). Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C43, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard)

Langfristig hat sich die Inzidenz bei beiden Geschlechtern seit den 1970er Jahren mehr als verfünf­facht. Die Sterbe­raten haben dagegen im gleichen Zeit­raum nur bei den Männern leicht zugenommen. Der vor­herr­schende Typ des malig­nen Melanoms ist das ober­flächlich spreitende Melanom, das mit einer günstigen Prog­nose verknüpft und ganz über­wiegend für den Anstieg der Inzi­denz­raten verant­wortlich ist.

Andere Formen, insbesondere das noduläre und das amelano­tische Melanom, sind prog­nos­tisch deutlich ungünstiger einzu­schätzen. Aktuell liegen für Frauen mit malignem Melanom der Haut in Deutschland die relativen 5-Jahres-Über­lebens­raten bei 93 Prozent und für Männer bei 91 Prozent. Zwei Drittel aller Melanome werden in einem noch frühen Tumor­stadium entdeckt (Stadium I).

Im Vergleich zu Männern treten bei Frauen mehr Tumoren an den unteren Extremi­täten auf (Beine und Hüfte). Bei Männern werden maligne Melanome deutlich häufiger am Rumpf diag­nos­tiziert.

Grafik zur Verteilung der malignen Melanome der Haut nach Körperregion und Geschlecht, ICD-10 C43, Deutschland 2015–2016. Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Verteilung der malignen Melanome der Haut nach Körperregion und Geschlecht, ICD-10 C43, Deutschland 2015–2016

UV-Strahlung wichtigster Risikofaktor

Wichtigster exogener Risikofaktor für ein malignes Melanom ist die ultra­violette (UV-)Strahlung, vor allem die wieder­kehrende inten­sive Sonnen­belas­tung. Dies gilt sowohl für die natür­liche Strah­lung durch die Sonne als auch für künst­liche UV-Strah­lung zum Beispiel im Solarium. Sonnen­brände in jedem Alter erhöhen das Risiko.

Zu den wichtigsten Risiko­faktoren, die schon bei der Geburt vorhanden sind, gehören die ange­bo­renen Pigment­male ("Leber­flecken"), vor allem die besonders großen. Menschen mit hellem Haut­typ haben ein höheres Risiko für Melanome als Menschen mit dunk­lerem Haut­typ.

Wenn man selbst schon einmal an einem Melanom erkrankt war, erhöht sich das Risiko, ein weiteres Melanom zu be­kom­men. Sind Verwandte ersten Grades an einem malignen Melanom erkrankt, kann dies auf ein familiär erhöhtes Risiko durch Mutationen im Erb­material hindeuten. Abhängig von der Mutation kann das Risiko für ein Melanom unter­schiedlich stark erhöht sein. Bedeut­same Risiko­faktoren sind auch die Anzahl gut­artiger Pigment­male, die im Laufe des Lebens aufgetreten sind, sowie das Vorkom­men von atypischen (dys­plastischen) Pigment­malen.

Entsprechend dem gesetzlichen Früh­erkennungs­programm haben Männer und Frauen ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Haut­unter­suchung durch einen Arzt mit entsprechender Fort­bildung (u.a. Dermatologen, Hausärzte).

Stand: 14.04.2021

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