Navigation und Service

Magenkrebs (Magenkarzinom)

ICD-10 C16
2017

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2015 / 2016

FrauenMänner
Neuerkrankungen6.0349.458
standardisierte Erkrankungsrate¹7,514,7
Sterbefälle3.7005.266
standardisierte Sterberate¹4,17,9
5-Jahres-Prävalenz12.60020.100
10-Jahres-Prävalenz20.30030.900
relative 5-Jahres-Überlebensrate*34 %32 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate* 32 %28 %

Bei den bösartigen Tumoren des Magens handelt es sich über­wiegend um Adeno­karzi­nome. Neuro­endokrine Tumoren (NET) und gastro­intestinale Stroma­tumoren finden sich jeweils in etwa 4 bis 5 Prozent aller Fälle, bei den Frauen sind diese Anteile höher. Jede sechste Neu­erkran­kung bei Frauen und jede dritte bei Männern betrifft den Magen­eingang (Kardia).

Grafik zur Verteilung der bösartigen Neubildungen des Magens nach Lokalisation und Geschlecht, ICD-10 C16 (ohne DCO-Fälle), Deutschland 2015–2016. Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Verteilung der bösartigen Neubildungen des Magens nach Lokalisation und Geschlecht, ICD-10 C16 (ohne DCO-Fälle), Deutschland 2015–2016

Seit Jahr­zehnten ist in Deutschland – wie auch in anderen Industrie­nationen – ein stetiger Rück­gang der Erkrankungs- und Sterbe­raten an Magen­krebs zu be­ob­ach­ten. Dieser Trend setzt sich in allen Alters­berei­chen sowohl bei Frauen als auch bei Männern fort. Am stärksten zurück­gegangen sind die Tumoren des Magen­ausgangs (Antrum und Pylorus).

Grafik zu altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C16, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard). Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C16, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard)

Das Erkrankungs­risiko steigt bei beiden Geschlechtern mit zunehmen­dem Alter. Männer erkranken im Mittel mit 72 Jahren, Frauen mit 76 Jahren an Magen­krebs. Für Frauen werden aktuell relative 5-Jahres-Über­lebens­raten um 34 Prozent, für Männer um 32 Prozent ermittelt. Damit haben sich die Über­lebens­aus­sich­ten in letzter Zeit zwar verbessert, im Vergleich zu anderen Krebs­erkran­kungen bleiben sie jedoch eher ungünstig. In etwa einem Drittel der Fälle mit ausrei­chen­der Doku­men­tation der Tumor­stadien ist die Erkran­kung bei Diag­nose­stellung bereits metas­tasiert (Stadium IV).

Infektion kann Magenkrebsrisiko erhöhen

Wichtigster Risiko­faktor für Magen­krebs ist eine bakterielle Infek­tion des Magens mit Helico­bacter pylori. Etwa 5 bis 10 Prozent der Magen­karzi­nome werden einer Infek­tion mit dem Epstein-Barr-Virus zugeschrieben. Rauchen und Alkohol­kon­sum erhöhen ebenfalls das Krebs­risiko. Durch Einsalzen konser­vierte Lebens­mittel, ein hoher Salz­konsum und Fleisch­produkte sind weitere Risiko­faktoren. Es gibt Hin­weise darauf, dass chronisches Sod­brennen bzw. die gastro­öso­phageale Reflux­krankheit das Risiko für bestimmte Tumor­formen im Über­gang vom Magen zur Speiseröhre erhöhen. Weiterhin sind ein niedriger sozio­öko­nomischer Status und voran­gegangene Magen­ope­ra­tionen mit einem erhöh­ten Auf­treten von Magen­krebs verbunden.

Verwandte ersten Grades eines Erkrank­ten haben ein zwei- bis dreifach höheres Risiko als die Allgemein­bevöl­kerung. Wenn mehr als ein Verwandter ersten Grades erkrankt ist, ist das Risiko etwa 10-fach erhöht. Unklar ist, ob das familiäre Risiko auf einen gemein­samen Lebens­stil, eine gemein­same gene­tische Veran­la­gung oder eine Kombi­na­tion beider Fak­toren zurückgeht. Einige erbliche Syndrome erhöhen das Magen­karzi­nom­risiko. Perni­ziöse Anämie ist ein Risiko­faktor, der nur wenige Menschen betrifft.

Stand: 14.04.2021

Zusatzinformationen

Datenbankabfrage

Datenbankabfrage

Hier haben Sie die Möglichkeit, eigene Abfragen zu aktuellen Neuerkrankungs- und Sterberaten zu starten.