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Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

ICD-10 C33–C34
2017

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2015 / 2016

FrauenMänner
Neuerkrankungen21.48435.355
standardisierte Erkrankungsrate¹31,356,0
Sterbefälle16.38128.691
standardisierte Sterberate¹22,143,9
5-Jahres-Prävalenz36.70052.200
10-Jahres-Prävalenz50.70072.200
relative 5-Jahres-Überlebensrate*21 %15 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*16 %11 %

Im Jahr 2017 erkrankten etwa 21.500 Frauen und 35.400 Männer an bös­artigen Tumoren der Lunge, 16.381 Frauen und 28.691 Männer verstarben an dieser Erkrankung.

Die altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterbe­raten entwickeln sich bei beiden Geschlechtern gegenläufig. Seit Ende der 1990er Jahre stiegen sie bei den Frauen kontinuierlich an, wohin­gegen die Raten der Männer im gleichen Zeit­raum zurück­gingen. Diese unter­schiedliche Ent­wicklung kann auf die bereits länger zurück­liegende Ver­änderung der Rauch­gewohn­heiten zurück­geführt werden und wird sich vermut­lich noch weiter fort­setzen.

Grafik zu altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C33-C34, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard). Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C33-C34, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard)

Lungenkrebs gehört zu den prog­nos­tisch ungünstigen Tumoren, was sich in einer niedrigen relativen 5-Jahres-Überlebens­rate von rund 21 Prozent bei Frauen und 15 Prozent bei Männern ausdrückt. Wie bei allen Krebs­arten unter­scheiden sich die Über­lebens­aussichten jedoch deutlich nach dem Stadium der Erkrankung. Da Lungen­krebs im frühen Stadium häufig keine Beschwerden verursacht, wird die Erkrankung in vielen Fällen spät - und oft unvorher­ge­sehen - entdeckt.

Histologisch werden vor allem drei Haupt­typen unterschieden: Adeno­karzi­nome machen 42 Prozent der Fälle aus, rund ein Viertel entfällt auf das Platten­epithel­karzinom und knapp ein Fünftel auf das klein­zellige Bronchial­karzi­nom, das wegen seiner frühen Metas­tasierungs­neigung die schlech­teste Prognose aufweist.

Grafik zur Verteilung der bösartigen Neubildungen der Lunge nach histologischem Typ und Geschlecht, ICD-10 C33–C34, Deutschland 2015–2016. Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Verteilung der bösartigen Neubildungen der Lunge nach histologischem Typ und Geschlecht, ICD-10 C33–C34, Deutschland 2015–2016

International werden hohe Erkrankungsraten u.a. aus Dänemark für Frauen und aus Belgien für Männer berichtet.

Rauchen beeinflusst Erkrankungszahlen

Tabakkonsum ist der Haupt­risiko­faktor für Lungen­krebs. Bei Männern sind bis zu neun von zehn, bei Frauen mindestens sechs von zehn Erkran­kungen auf aktives Rauchen zurück­zuführen. Auch Passiv­rauchen steigert das Krebs­risiko.

Andere Risiko­faktoren spielen eine eher unter­ge­ordnete Rolle. Etwa 9 bis 15 von 100 Lungen­krebs­fällen werden auf kanze­ro­gene Stoffe zurück­geführt, darunter Asbest, poly­zyklische aroma­tische Kohlen­wasser­stoffe sowie Quarz- und Nickel­stäube. In Gegenden mit hoher natür­licher Radon­belastung ist das Lungen­krebs­risiko der Anwohne­rinnen und Anwohner erhöht, vor allem bei Wohnun­gen in den unteren Stock­werken. Gleiches gilt bei beruf­licher Belastung mit Radon oder anderen Quellen ioni­sie­render Strah­lung. Diesel­abgase und Fein­staub sind die wichtigsten Risiko­faktoren unter den Luft­schad­stoffen. Auch ein Ein­fluss erb­licher Fak­toren wird vermutet.

Es gibt noch keine geeig­nete Methode zur Früh­erken­nung von Lungen­krebs für die gesamte Bevöl­kerung. Derzeit wird in Studien geprüft, ob und für wen Früh­erken­nungs­unter­suchungen mittels Niedrig­dosis-Computer­tomografie empfohlen werden könnten. Eine jährliche Unter­suchung auf Lungen­krebs ist bislang kein Standard.

Stand: 14.04.2021

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