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Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

ICD-10 C33–C34
2018

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2017 / 2018

FrauenMänner
Neuerkrankungen21.93035.290
standardisierte Erkrankungsrate¹31,555,3
Sterbefälle16.51428.365
standardisierte Sterberate¹22,143,9
5-Jahres-Prävalenz37.60054.000
10-Jahres-Prävalenz51.80075.800
relative 5-Jahres-Überlebensrate*22 %17 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*16 %12 %

Im Jahr 2018 erkrankten etwa 21.900 Frauen und 35.300 Männer an bös­artigen Tumoren der Lunge, 16.514 Frauen und 28.365 Männer verstarben an dieser Erkrankung.

Die altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterbe­raten entwickeln sich bei beiden Geschlechtern gegenläufig. Seit Ende der 1990er Jahre stiegen sie bei den Frauen kontinuierlich an, wohin­gegen die Raten der Männer im gleichen Zeit­raum zurück­gingen. Diese unter­schiedliche Ent­wicklung kann auf die bereits länger zurück­liegende Ver­änderung der Rauch­gewohn­heiten zurück­geführt werden und wird sich vermut­lich noch weiter fort­setzen.

Altersstandardisierte Neuerkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C33 – C34, Deutschland 1999 – 2018/2019, Prognose (Inzidenz) bis 2022, je 100.000 (alter Europastandard) Altersstandardisierte Neuerkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C33 – C34, Deutschland 1999 – 2018/2019, Prognose (Inzidenz) bis 2022, je 100.000 (alter Europastandard)

Lungenkrebs gehört zu den prog­nos­tisch ungünstigen Tumoren, was sich in einer niedrigen relativen 5-Jahres-Überlebens­rate von rund 21 Prozent bei Frauen und 15 Prozent bei Männern ausdrückt. Wie bei allen Krebs­arten unter­scheiden sich die Über­lebens­aussichten jedoch deutlich nach dem Stadium der Erkrankung. Da Lungen­krebs im frühen Stadium häufig keine Beschwerden verursacht, wird die Erkrankung in vielen Fällen spät - und oft unvorher­ge­sehen - entdeckt.

Histologisch werden vor allem drei Haupt­typen unterschieden: Adeno­karzi­nome machen 42 Prozent der Fälle aus, rund ein Viertel entfällt auf das Platten­epithel­karzinom und knapp ein Fünftel auf das klein­zellige Bronchial­karzi­nom, das wegen seiner frühen Metas­tasierungs­neigung die schlech­teste Prognose aufweist.

Grafik zur Verteilung der bösartigen Neubildungen der Lunge nach histologischem Typ und Geschlecht, ICD-10 C33–C34, Deutschland 2015–2016. Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Verteilung der bösartigen Neubildungen der Lunge nach histologischem Typ und Geschlecht, ICD-10 C33–C34, Deutschland 2015–2016

Rauchen beeinflusst Erkrankungszahlen

Tabakkonsum ist der Haupt­risiko­faktor für Lungen­krebs. Bei Männern sind bis zu neun von zehn, bei Frauen mindestens sechs von zehn Erkran­kungen auf aktives Rauchen zurück­zuführen. Auch Passiv­rauchen steigert das Krebs­risiko.

Andere Risiko­faktoren spielen eine eher unter­ge­ordnete Rolle. Etwa 9 bis 15 von 100 Lungen­krebs­fällen werden auf kanze­ro­gene Stoffe zurück­geführt, darunter Asbest, poly­zyklische aroma­tische Kohlen­wasser­stoffe sowie Quarz- und Nickel­stäube. In Gegenden mit hoher natür­licher Radon­belastung ist das Lungen­krebs­risiko der Anwohne­rinnen und Anwohner erhöht, vor allem bei Wohnun­gen in den unteren Stock­werken. Gleiches gilt bei beruf­licher Belastung mit Radon oder anderen Quellen ioni­sie­render Strah­lung. Diesel­abgase und Fein­staub sind die wichtigsten Risiko­faktoren unter den Luft­schad­stoffen. Auch ein Ein­fluss erb­licher Fak­toren wird vermutet.

Es gibt noch keine geeig­nete Methode zur Früh­erken­nung von Lungen­krebs für die gesamte Bevöl­kerung. Derzeit wird in Studien geprüft, ob und für wen Früh­erken­nungs­unter­suchungen mittels Niedrig­dosis-Computer­tomografie empfohlen werden könnten. Eine jährliche Unter­suchung auf Lungen­krebs ist bislang kein Standard.

Stand: 29.11.2021

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