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Leukämien

ICD-10 C91–C95
2018

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2017 / 2018

FrauenMänner
Neuerkrankungen5.3106.870
standardisierte Erkrankungsrate¹7,611,5
Sterbefälle3.6824.588
standardisierte Sterberate¹3,96,5
5-Jahres-Prävalenz16.80022.800
10-Jahres-Prävalenz28.70038.200
relative 5-Jahres-Überlebensrate*56 %58 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*48 %51 %

Leukämien werden nach der Schnelligkeit des Krankheitsverlaufs (akut, chronisch) eingeteilt sowie nach dem Zelltyp, von dem sie ausgehen (myeloisch, lymphatisch).

Die vier häufigsten Formen von Leukämien sind:

  • Akute myeloische Leukämie (AML)
  • Chronische myeloische Leukämie (CML)
  • Akute lymphatische Leukämie (ALL)
  • Chronische lymphatische Leukämie (CLL)

Neben diesen vier Haupttypen gibt es noch einige andere Leukämieformen, die jedoch selten sind.

Häufigkeit von Leukämien

Im Jahr 2018 wurden bei etwa 12.200 Personen in Deutschland Leukämien diagnostiziert, davon waren gut vier Prozent unter 15 Jahre alt. Das Erkrankungsrisiko für Leukämien sinkt bis zum 30. Lebensjahr mit zunehmendem Alter. Danach steigt es deutlich an, mit einer höheren Inzidenzrate bei Männern im Vergleich zu Frauen. Einer von 75 Männern und eine von 99 Frauen erkrankt im Laufe des Lebens an einer Leukämie.

Grafik zu altersspezifischen Erkrankungsraten nach Geschlecht, ICD-10 C91-C95, Deutschland 2015 – 2016, je 100.000. Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Altersspezifische Erkrankungsraten nach Geschlecht, ICD-10 C91-C95, Deutschland 2015 – 2016, je 100.000

Zwischen 1999 und 2017 blieben die altersstandardisierten Erkrankungsraten relativ stabil, die altersstandardisierten Sterberaten sind hingegen zurückgegangen. Mit etwa 37 Prozent der neu diagnostizierten Fälle ist die chronische lymphatische Leukämien (CLL) die häufigste Form und etwa 23 Prozent der Fälle akute myeloische Leukämien (AML).

Anteile der verschiedenen Leukämieformen an allen Neu­erkran­kungen C91–C95, nach Geschlecht, Deutschland 2017 – 2018
ALLCLLAMLCMLsonstige
Frauen7 %34 %27 %9 %24 %
Männer7 %38 %22 %8 %25 %

Die Prognose für Menschen mit Leukämie ist von der Krankheitsform und vom Diagnosealter abhängig: Betroffene mit Diagnose im Kindesalter haben mit Abstand die besten Überlebensaussichten, während bei den Erwachsenen die akuten Formen weiterhin eine eher schlechte Prognose haben. Insgesamt leben 10 Jahre nach Diagnosestellung noch etwas mehr als ein Drittel der erkrankten Erwachsenen. Bei einer chronischen Leukämieerkrankung ist eine Heilung nur selten zu erzielen, z.B. mittels einer risikoreichen Stammzelltransplantation.

Ionisierende Strahlen erhöhen das Leukämie-Risiko

Für die Gruppe aller Leukämien können keine allgemein gültigen Risikofaktoren benannt werden. Einige Faktoren erhöhen jedoch das Risiko für die Entstehung bestimmter Leukämien. Zu den bekannten Risikofaktoren für akute Leukämien gehören ionisierende Strahlen und Zytostatika. Ein berufsbedingter Kontakt mit Benzol, 1,3-Butadien und verwandten Substanzen kann ebenfalls zur Entstehung einer Leukämie beitragen. Einige seltene genetische Veränderungen können das Erkrankungsrisiko für akute Leukämien erhöhen, darunter eine Trisomie des Chromosoms 21. Viren konnten bislang mit Ausnahme des in Europa äußerst seltenen humanen T-lymphotropen Virus (HTLV) nicht als Risikofaktor für Leukämien bestätigt werden. Etliche weitere Risikofaktoren werden derzeit als Ursache für Leukämien diskutiert. Dazu gehören neben Umwelteinflüssen auch Lebensstilfaktoren wie Rauchen oder Übergewicht. Sicher belegt ist ein Zusammenhang bislang aber nicht.

Insgesamt kann für die meisten Patienten keine eindeutige Ursache für eine Leukämieentstehung gefunden werden. Vermutlich müssen dafür mehrere Faktoren zusammenwirken.

Stand: 29.11.2021

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