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Leberkrebs

ICD-10 C22
2017

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2015 / 2016

FrauenMänner
Neuerkrankungen2.9036.040
standardisierte Erkrankungsrate¹3,69,4
Sterbefälle2.6975.213
standardisierte Sterberate¹3,17,8
5-Jahres-Prävalenz3.6008.800
10-Jahres-Prävalenz4.80011.200
relative 5-Jahres-Überlebensrate*15 %15 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*12 %10 %

Leberkrebs ist zwar relativ selten, gehört jedoch aufgrund der schlechten Prognose zu den häufigsten Krebs­todes­ursachen.

In Deutschland treten derzeit rund 9.000 neue Fälle pro Jahr auf, bei fast 8.000 Todes­fällen. Im Mittel erkranken Männer im Alter von 71 Jahren und Frauen mit 74 Jahren. Einer von 88 Männern und eine von 190 Frauen in Deutschland entwickeln im Laufe ihres Lebens einen bös­arti­gen Leber­tumor. Die relativen 5-Jahres-Über­lebens­raten liegen bei Männern und bei Frauen um 15 Prozent. Etwa 65 Prozent der bös­ar­tigen Leber­tumoren entstehen aus Leber­zellen (hepato­zellu­läres Karzinom) und 23 Prozent aus Zellen der intra­hepa­tischen Gallen­gänge (Cholangio­karzinom). Bei Frauen ist dieser Anteil höher.

Prognose meist ungünstig

Die Prognose bei Leberkrebs hängt vom Stadium der Krebserkrankung und dem Zustand der Leber ab. Insgesamt liegt das relative 5-Jahres-Überleben bei Männern und bei Frauen um 15 Prozent. Nur bei bös­ar­tigen Tumoren der Bauch­speichel­drüse ist die Prognose noch ungüns­tiger. Bei Tumoren im Stadium I (einzelner Tumor, ohne Blutgefäß- oder Lymphknotenbefall und ohne Fern­metas­tasen) liegt das relative 5-Jahres-Über­leben um 62 Prozent bei Frauen und um 54 Prozent bei Männern. Im Stadium IV (Lymph­knoten­befall bzw. Fern­metas­tasen) liegt es hingegen bei nur 2 Prozent.

Grafik zum relativen 5-Jahres-Überleben nach UICC-Stadium und Geschlecht, ICD-10 C22, Deutschland 2015 – 2016. Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Relatives 5-Jahres-Überleben nach UICC-Stadium und Geschlecht, ICD-10 C22, Deutschland 2015 – 2016

Seit 1999 sind die altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterberaten bei beiden Geschlechtern leicht angestiegen. In den letzten 5 Jahren scheint sich der Anstieg nicht weiter fortzusetzen, bei Männern zeichnet sich sogar ein Rückgang ab.

Die Erkrankungs- und Sterberaten in den nordwestlichen Bundesländern liegen etwas niedriger als im übrigen Bundesgebiet. International fallen vor allem bei den Männern hohe Erkrankungs- und Sterberaten in Frankreich auf.

Alkohol und Viren sind wichtigste Risikofaktoren

Hauptrisikofaktor für Leberkrebs ist die Leberzirrhose. In Deutschland sind ihre häufigsten Ursachen eine chronische Hepatitis-C-Virusinfektion und hoher Alkoholkonsum. Nicht-alkoholbedingte Fettlebererkrankungen, die auch das Leberkrebsrisiko erhöhen, nehmen an Bedeutung zu. Sie können unter anderem Folge einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bzw. eines metabolischen Syn­droms sein. Deren Auslöser ist wiederum sehr häufig Fettleibigkeit. Studien­ergeb­nissen zufolge ist der Alkoholkonsum in Deutschland bei Frauen für 15 Prozent und bei Männern für 35  Prozent der Krebsneuerkrankungen der Leber verant­wortlich.

Eine chronische Hepatitis-B-Virusinfektion ist, auch ohne Leberzirrhose, ein Risikofaktor für Leberkrebs. Dies gilt haupt­sächlich für Afrika und Südostasien. Auch erhöht Rauchen das Erkran­kungsrisiko. Der Verzehr von Lebens­mitteln, die das Schimmel­pilz­gift Aflatoxin B1 enthalten, ist heute noch in weniger ent­wickel­ten Ländern relevant. Erblich bedingte Stoff­wechsel­erkran­kungen wie Hämo­chroma­tose, Porphyrie oder Alpha-1-Anti­trypsin-Mangel können ebenfalls das Leber­krebs­risiko erhöhen.

Eine Früherkennung für die Allgemeinbevölkerung als Teil der gesetzlichen Screening-Angebote gibt es nicht. Patienten mit Leberzirrhose, chronischer Hepatitis-B- oder -C-Infektion oder Fettleberhepatitis sollten regelmäßig Ultraschall-Kontrollen angeboten werden. Die Messung von Blutwerten (Alpha-Fetoprotein) spielt eine untergeordnete Rolle.

Leberkrebs und Krebs der Gallengänge

Tumoren innerhalb der Leber (ICD-10 C22) entstehen zu etwa 65 Prozent aus Leberzellen (hepato­zellu­läre Karzinome) und zu etwa 23 Prozent aus Zellen der Gallen­gänge (intra­hepa­tische Cholangio­karzinome). Krebs­erkran­kungen der Gallen­gänge treten aber auch außerhalb der Leber als distale Cholangio­karzinome und Klatskin-Tumoren auf und werden nach dem der­zeitigen Klassi­fika­tions­system unter dem Code C24 eingeteilt. Die folgende Abbildung zeigt die prozentuale Verteilung von hepato­zellulären Karzinomen sowie Tumoren der Gallen­gänge insgesamt nach Geschlecht. Danach liegt der Anteil an Cholangio­karzinomen insgesamt bei Frauen höher als der Anteil an hepato­zellulären Karzinomen. Bei Männern überwiegen weiterhin die hepato­zellulären Karzinome.

Grafik zur Verteilung der bösartigen Neubildungen der Leber und der Gallengänge nach histologischem Typ und Geschlecht, ICD-10 C22 und C24, Deutschland 2015–2016. Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Verteilung der bösartigen Neubildungen der Leber und der Gallengänge nach histologischem Typ und Geschlecht, ICD-10 C22 und C24, Deutschland 2015–2016

Stand: 13.04.2021

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