Navigation und Service

Leberkrebs

ICD-10 C22
2018

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2017 / 2018

FrauenMänner
Neuerkrankungen2.8206.690
standardisierte Erkrankungsrate¹3,510,3
Sterbefälle2.6895.301
standardisierte Sterberate¹3,07,7
5-Jahres-Prävalenz3.9009.300
10-Jahres-Prävalenz5.70012.000
relative 5-Jahres-Überlebensrate*14 %18 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*12 %11 %

Leberkrebs ist zwar relativ selten, gehört jedoch aufgrund der schlechten Prognose zu den häufigsten Krebs­todes­ursachen.

In Deutschland treten derzeit rund 9.500 neue Fälle pro Jahr auf, bei fast 8.000 Todes­fällen. Im Mittel erkranken Männer im Alter von 71 Jahren und Frauen mit 75 Jahren.

Die relativen 5-Jahres-Über­lebens­raten liegen bei Frauen um 14 Prozent und bei Männern um Prozent. Etwa 65 Prozent der bös­ar­tigen Leber­tumoren entstehen aus Leber­zellen (hepato­zellu­läres Karzinom) und 26 Prozent aus Zellen der intra­hepa­tischen Gallen­gänge (Cholangio­karzinom). Bei Frauen ist dieser Anteil höher.

Prognose meist ungünstig

Die Prognose bei Leberkrebs hängt vom Stadium der Krebserkrankung und dem Zustand der Leber ab. Insgesamt liegt das relative 5-Jahres-Überleben bei Männern und bei Frauen um 15 Prozent. Nur bei bös­ar­tigen Tumoren der Bauch­speichel­drüse ist die Prognose noch ungüns­tiger.

Grafik zum relativen 5-Jahres-Überleben nach UICC-Stadium und Geschlecht, ICD-10 C22, Deutschland 2015 – 2016. Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Relatives 5-Jahres-Überleben nach UICC-Stadium und Geschlecht, ICD-10 C22, Deutschland 2015 – 2016

Seit 1999 sind die altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterberaten bei beiden Geschlechtern leicht angestiegen. In den letzten 5 Jahren scheint sich der Anstieg nicht weiter fortzusetzen, bei Männern zeichnet sich sogar ein Rückgang ab.

Die Erkrankungs- und Sterberaten in den nordwestlichen Bundesländern liegen etwas niedriger als im übrigen Bundesgebiet. International fallen vor allem bei den Männern hohe Erkrankungs- und Sterberaten in Frankreich auf.

Alkohol und Viren sind wichtigste Risikofaktoren

Hauptrisikofaktor für Leberkrebs ist die Leberzirrhose. In Deutschland sind ihre häufigsten Ursachen eine chronische Hepatitis-C-Virusinfektion und hoher Alkoholkonsum. Nicht-alkoholbedingte Fettlebererkrankungen, die auch das Leberkrebsrisiko erhöhen, nehmen an Bedeutung zu. Sie können unter anderem Folge einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bzw. eines metabolischen Syn­droms sein. Deren Auslöser ist wiederum sehr häufig Fettleibigkeit. Studien­ergeb­nissen zufolge ist der Alkoholkonsum in Deutschland bei Frauen für 15 Prozent und bei Männern für 35  Prozent der Krebsneuerkrankungen der Leber verant­wortlich.

Eine chronische Hepatitis-B-Virusinfektion ist, auch ohne Leberzirrhose, ein Risikofaktor für Leberkrebs. Dies gilt haupt­sächlich für Afrika und Südostasien. Auch erhöht Rauchen das Erkran­kungsrisiko. Der Verzehr von Lebens­mitteln, die das Schimmel­pilz­gift Aflatoxin B1 enthalten, ist heute noch in weniger ent­wickel­ten Ländern relevant. Erblich bedingte Stoff­wechsel­erkran­kungen wie Hämo­chroma­tose, Porphyrie oder Alpha-1-Anti­trypsin-Mangel können ebenfalls das Leber­krebs­risiko erhöhen.

Eine Früherkennung für die Allgemeinbevölkerung als Teil der gesetzlichen Screening-Angebote gibt es nicht. Patienten mit Leberzirrhose, chronischer Hepatitis-B- oder -C-Infektion oder Fettleberhepatitis sollten regelmäßig Ultraschall-Kontrollen angeboten werden. Die Messung von Blutwerten (Alpha-Fetoprotein) spielt eine untergeordnete Rolle.

Leberkrebs und Krebs der Gallengänge

Tumoren innerhalb der Leber (ICD-10 C22) entstehen zu etwa 65 Prozent aus Leberzellen (hepato­zellu­läre Karzinome) und zu etwa 23 Prozent aus Zellen der Gallen­gänge (intra­hepa­tische Cholangio­karzinome). Krebs­erkran­kungen der Gallen­gänge treten aber auch außerhalb der Leber als distale Cholangio­karzinome und Klatskin-Tumoren auf und werden nach dem der­zeitigen Klassi­fika­tions­system unter dem Code C24 eingeteilt. Die folgende Abbildung zeigt die prozentuale Verteilung von hepato­zellulären Karzinomen sowie Tumoren der Gallen­gänge insgesamt nach Geschlecht. Danach liegt der Anteil an Cholangio­karzinomen insgesamt bei Frauen höher als der Anteil an hepato­zellulären Karzinomen. Bei Männern überwiegen weiterhin die hepato­zellulären Karzinome.

Grafik zur Verteilung der bösartigen Neubildungen der Leber und der Gallengänge nach histologischem Typ und Geschlecht, ICD-10 C22 und C24, Deutschland 2015–2016. Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Verteilung der bösartigen Neubildungen der Leber und der Gallengänge nach histologischem Typ und Geschlecht, ICD-10 C22 und C24, Deutschland 2015–2016

Stand: 29.11.2021

Zusatzinformationen

Nutzerbefragung

Nutzerbefragung

Wir freuen uns über Ihr Feedback zu unserem Informationsangebot

Datenbankabfrage

Datenbankabfrage

Hier haben Sie die Möglichkeit, eigene Abfragen zu aktuellen Neuerkrankungs- und Sterberaten zu starten.