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Krebs gesamt

ICD-10 C00-C97 (ohne C44)
2018

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2017 / 2018

FrauenMänner
Neuerkrankungen232.700265.200
standardisierte Erkrankungsrate¹342,9422,3
Sterbefälle104.791124.274
standardisierte Sterberate¹122,3180,7
5-Jahres-Prävalenz779.300796.700
10-Jahres-Prävalenz1.356.9001.344.700
relative 5-Jahres-Überlebensrate*66 %61 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*61 %57 %

Unter ‚Krebs gesamt’ werden alle bös­artigen Neu­bil­dungen einschließ­lich der Lymphome und Leukämien zusammen­gefasst. Nicht berück­sichtigt wurden, wie inter­national üblich, die nicht-melano­tischen Haut­krebs­formen (heller Hautkrebs), auch weil sie trotz ihrer Häufig­keit nur sehr gering­fügig zur Krebs­sterb­lichkeit beitragen.

Unterschiedliche Zellarten bilden Ursprung von Krebs

Bösartige Neu­bil­dungen können in den verschie­densten Organen des Körpers von unter­schied­lichen Zell­arten ausgehen. Ausgangspunkt der meisten Krebs­krank­heiten sind die inneren und äußeren Körper­ober­flächen (Epithelien). Allein etwa 70 Prozent der Tumoren sind vom Drüsen­gewebe ausgehende Adeno­karzinome. Bei weiteren etwa 15 Prozent handelt es sich um Platten­epithel­karzinome, bösartige Tumoren des Über­gangs­epithels (Urothel­karzinome) und klein­zellige Karzinome, die beispiels­weise in der Lunge vorkommen. Leukämien und Lymphome nehmen ihren Ausgang vom blut­bildenden Knochen­mark und von lympha­tischen Geweben. Darüber hinaus können bösartige Tumoren ihren Ursprung auch im Binde- und Stütz­gewebe (u.a. Sarkome), in den Stütz­zellen des Nerven­systems (Gliome) oder den pigment­bildenden Zellen (Melanome) haben.

Rund 498.000 Neuerkrankungen an Krebs in 2018

Im Jahr 2018 sind nach Schätzung des ZfKD insgesamt in Deutschland rund 501.200 Krebs­erkran­kungen erstmalig diagnos­ti­ziert worden. Davon traten bei Männern ca. 265.200 und bei Frauen 232.700 Erkran­kungen auf. Etwa die Hälfte der Fälle betrafen Brust­drüse (70.620), Prostata (65.200), Dickdarm (60.630) oder Lunge (57.220).

Die altersstandardisierten Sterberaten an Krebs sind in Deutschland zwischen 2009 und 2019 bei Männern um 12 Prozent, bei Frauen um 5 Prozent zurückgegangen. Im Vergleich zur gesamten Europäischen Union war die Krebssterblichkeit in Deutschland im Jahr 2016 bei Frauen um 2 Prozent höher, bei Männern um 6 Prozent niedriger (für die EU liegen noch keine aktuelleren Zahlen vor).

Altersstandardisierte Neuerkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C00 – C97 ohne C44, Deutschland 1999 – 2018/2019, Prognose (Inzidenz) bis 2022, je 100.000 (alter Europastandard) Altersstandardisierte Neuerkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C00 – C97 ohne C44, Deutschland 1999 – 2018/2019, Prognose (Inzidenz) bis 2022, je 100.000 (alter Europastandard)

Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Krebs­erkran­kung, die in den letzten 5 Jahren dia­gnosti­ziert wurde. Bei etwa 4,4 Mio Menschen war dies in den letzten 20 Jahren der Fall.

Überlebensaussichten je nach Krebsart sehr unter­schiedlich

Die relativen 5-Jahres-Überlebensraten sind ein Maß für die Über­lebens­chancen von Krebs­patien­tinnen und -patienten im Vergleich mit der allge­meinen Bevölkerung gleichen Alters und Geschlechts. Sie sind in hohem Maße von der Tumor­art abhängig und reichen von Ergeb­nissen unter 20 Prozent für bösartige Tumoren der Lunge, Leber und Bauchs­peichel­drüse bis hin zu Werten über 90 Prozent für das maligne Melanom der Haut, den Hoden­krebs und den Prostata­krebs.

Grafik zum Vergleich der relativen 5-/10-Jahres-Überlebensraten nach Lokalisation und Geschlecht, Deutschland 2017 – 2018 (Periodenanalyse). Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Vergleich der relativen 5-/10-Jahres-Überlebensraten nach Lokalisation und Geschlecht, Deutschland 2017 – 2018 (Periodenanalyse)

Rauchen, Übergewicht, Ernährung: Manche Risikofaktoren sind vermeidbar

Für viele Krebserkrankungen sind Entstehungs­mechanismen noch nicht aus­reichend bekannt oder die bekannten Aus­löser lassen sich nicht beein­flussen. Präventions­strategien stehen daher nur für wenige Tumor­arten zur Verfügung. Darunter sind aller­dings Krebsformen, die viele Menschen betreffen. Die Welt­gesundheits­organisation WHO geht davon aus, dass sich welt­weit 30 bis 50 Prozent aller Krebs­fälle durch Vorbeu­gung verhindern ließen. Schätzungen des Deutschen Krebs­forschungs­zentrums (DKFZ) zufolge sind in Deutschland mindestens 37 Prozent aller Krebs­neu­erkran­kungs­fälle durch vermeid­bare oder zumindest beein­fluss­bare Risiko­faktoren erklärbar.

Unter diesen hat Tabakkonsum die größte Bedeutung. Etwa 19 Prozent aller Krebs­erkran­kungen in Deutschland pro Jahr sind dem Rauchen zuzu­schrei­ben (attri­butable Fraktion). Die Rolle von Über­gewicht und Be­we­gungs­mangel ist aus be­ob­ach­tenden, epi­demio­logischen Unter­su­chungen eben­falls schon länger bekannt. Mögliche biolo­gische Mecha­nismen hinter dieser Asso­zia­tion werden durch die jüngste Forschung zum meta­bo­lischen Syndrom deutlicher. Diese chronische »Stoff­wechsel­schief­lage« geht mit Blut­hoch­druck, hohen Blut­fett- und Blut­zucker­werten einher. Entzünd­liche Prozesse im Fett­gewebe sind vermutlich an der Krebs­entstehung beteiligt.

Unter den ernährungs­abhängigen Einzel­faktoren spielt der Alkohol­konsum eine wichtige Rolle. Wenig Obst, Gemüse oder Ballast­stoffe bei einem oft gleich­zeitig hohen Anteil von rotem und verarbei­tetem Fleisch an der Ernäh­rung konnte als Risiko­faktor für mehrere häufige Tumor­arten identi­fiziert werden. In be­ob­ach­tenden Studien lässt sich der Einfluss einzelner Lebens­mittel und ihrer Inhalts­stoffe aller­dings nicht immer von dem der Energie­bilanz sowie anderen mög­li­chen Faktoren trennen. Zu den vermeid­baren Krebs­risiko­faktoren gehört auch der ultra­vio­lette Anteil des Sonnen­lichts (UV-Strahlung).

Umweltfaktoren und bestimmte Erkrankungen können einen Einfluss haben

Von vielen Menschen in Deutschland wird der Einfluss von Schad­stoffen und Verun­reini­gungen in Lebens­mitteln überschätzt, ebenso der von Umwelt­ein­flüssen oder Belas­tungen am Arbeits­platz. Im Einzel­fall können diese Faktoren jedoch auch hier­zu­lande einen wesent­lichen Anteil an der Krebs­entste­hung haben. Beispiele sind das regional natürlich vorkommende Edel­gas Radon, das für etwa 6 Prozent der Lungen­krebs­fälle in Deutsch­land verant­wortlich gemacht wird, oder frühere berufliche Asbest­belastungen, die aufgrund der langen Latenz­zeit auch heute noch zu Meso­theliomen des Brust- oder Bauch­fells führen. Auch medizinische Verfahren können in einzelnen Fällen das Krebs­risiko erhöhen; etwa mit einer Strahlen­belastung verbundene Diagnose- und Therapie­verfahren, Zytostatika zur Chemo­therapie oder die als Risiko­faktor für Brust­krebs identi­fizierte Hormon­therapie bei Frauen im Klimak­terium.

Chronische Infektionen sind heute für einige verbreitete Krebs­arten als Risiko­faktoren bekannt: etwa 4 Prozent der Krebs­neu­erkran­kungen in Deutsch­land können darauf zurück­geführt werden. Impfungen oder ursäch­liche Therapien können zur Senkung des Krebs­risikos beitragen. Nach­ge­wiesen ist dies bei­spiels­weise für die Impfung gegen Hepa­titis-B-Viren als Schutz­faktor vor Leber­krebs. Ein ähnlicher Effekt wird durch die HPV-Impfung erwartet.

Neben vermeidbaren Faktoren können auch genetische Ursachen das Risiko für eine Krebs­erkran­kung erhöhen. Bisher sind jedoch nur wenige dieser Gen­verän­derungen eindeutig als Ursache für bestimmte Tumor­arten wie etwa Brust- und Eier­stock­krebs oder Darm­krebs identi­fiziert worden.

Das Angebot der gesetzlichen Kranken­versicherung in Deutschland zur Krebs­früh­erkennung betrifft bös­artige Tumoren der Haut und des Darms sowie Brust- und Gebär­mutter­hals­krebs bei Frauen und Prostata­krebs bei Männern.

Stand: 29.11.2021

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