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Krebs gesamt

ICD-10 C00-97 (ohne C44)
2014
1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard
MännerFrauen
Neuerkrankungen249.160226.960
standardisierte Erkrankungsrate1420,9344,3
Sterbefälle121.331101.641
standardisierte Sterberate1191,5124,1
5-Jahres-Prävalenz774.100771.500
10-Jahres-Prävalenz1.304.2001.322.400
relative 5-Jahres-Überlebensrate59 %65 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate55 %60 %

Unter ‚Krebs gesamt’ werden alle bösartigen Neubildungen einschließlich der Lymphome und Leukämien zusammengefasst. Nicht berücksichtigt wurden, wie international üblich, Hautkrebsformen mit Ausnahme des malignen Melanoms.

Im Jahr 2014 sind nach ZfKD-Schätzung in Deutschland insgesamt rund 476.000 Krebserkrankungen erstmalig diagnostiziert worden. Davon traten bei Männern circa 249.000 und bei Frauen 227.000 Erkrankungen auf. Etwas mehr als die Hälfte der Fälle betreffen entweder die Brustdrüse (69.900), die Prostata (57.400), den Darm (61.000) oder die Lunge (53.800).

Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, ICD-10 C00 – 97 ohne C44, Deutschland 1999 – 2014/2015, je 100.000 (Europastandard) Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, ICD-10 C00 – 97 ohne C44, Deutschland 1999 – 2014/2015, je 100.000 (Europastandard)

Nach derzeitigem Stand (bis Diagnosejahr 2014) erkranken 50 % der Männer und 44 % der Frauen im Laufe des Lebens an Krebs. Krebserkrankungen treten bei Frauen insgesamt etwas seltener, aber tendenziell früher im Lebenslauf auf. Etwa jeder vierte Mann und jede fünfte Frau verstirbt an einer Krebserkrankung.

Überlebensaussichten je nach Krebsart sehr unterschiedlich

Die relativen 5-Jahres-Überlebensraten beschreiben, wie viele an Krebs erkrankte Menschen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung fünf Jahre nach der Diagnose ihrer Krebskrankheit noch leben. Je nach Krebsart unterscheiden sich diese Raten zum Teil erheblich. Sie reichen von über 90 % für das maligne Melanom der Haut, den Hodenkrebs und den Prostatakrebs, bis hin zu Überlebensraten von unter 20 % bei Lungen-, Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie beim Mesotheliom.

Die Überlebensaussichten von Krebspatientinnen und -patienten in Deutschland haben sich in den letzten 30 Jahren insgesamt deutlich verbessert.

Vergleich der relativen 5-/10-Jahres-Überlebensraten, nach Lokalisation und Geschlecht, Deutschland 2013 – 2014 (Periodenanalyse) Vergleich der relativen 5-/10-Jahres-Überlebensraten, nach Lokalisation und Geschlecht, Deutschland 2013 – 2014 (Periodenanalyse)

Rauchen, Übergewicht, Ernährung: Manche Risikofaktoren sind vermeidbar

Für viele Krebserkrankungen sind Entstehungsmechanismen noch nicht ausreichend bekannt und manchde bekannte Auslöser lassen sich nicht beeinflussen. Präventionsstrategien stehen daher nur für wenige Tumorarten zur Verfügung. Darunter sind allerdings Krebsformen, die viele Menschen betreffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass sich weltweit mehr als 30 % aller Krebsfälle durch Vorbeugung verhindern ließen.

Unter den vermeidbaren Risikofaktoren hat der Tabakkonsum die größte Bedeutung. Nach Schätzungen des ZfKD lassen sich derzeit insgesamt etwa 16 % aller Krebserkrankungen in Deutschland dem Rauchen zuschreiben. Aber auch Übergewicht, Bewegungsmangel und eine unausgewogene Ernährung spielen eine erhebliche Rolle.

Nicht nur ein Zuviel an Nahrung, auch die Auswahl der Lebensmittel kann das Krebsrisiko beeinflussen. So ist Alkoholkonsum ein Risikofaktor für mehrere Tumorarten. Darüber hinaus kann eine Ernährung mit wenig Obst, Gemüse oder Ballaststoffen bei einem oft gleichzeitig hohen Anteil von rotem Fleisch das Risiko einer Krebserkrankung erhöhen.

Chronische Infektionen sind heute für einige weit verbreitete Krebsarten als Risikofaktoren bekannt. Impfungen oder kurative Therapien können zur Senkung des infektionsbedingten Krebsrisikos beitragen. Nachgewiesen ist dies beispielsweise für die Impfung gegen Hepatitis-B-Viren als Risikofaktor für Leberkrebs. Erhofft wird ein ähnlicher Effekt auf die Erkrankungsraten von Gebärmutterhalskrebs durch die Impfung gegen humane Papillomviren. Eine kurative - wenn auch nicht einfache -Therapie zur Verhinderung von Magenkrebs kann die Eradikation des Bakteriums Helicobacter pylori aus der Magenschleimhaut sein.

Neben vermeidbaren Faktoren tragen auch genetische Ursachen zum Risiko für Krebserkrankungen bei. Bisher sind jedoch nur wenige dieser Genveränderungen eindeutig identifiziert worden.

Stand: 06.12.2017

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