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Harnblasenkrebs

ICD-10 C67
2018inklusive in situ-Tumoren (D09.0, D41.4)
¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard
FrauenMännerFrauenMänner
Neuerkrankungen4.77013.5007.63023.410
standardisierte Erkrankungsrate¹5,519,79,333,0
Sterbefälle1.8403.862
standardisierte Sterberate¹1,75,1
5-Jahres-Prävalenz11.90038.400
10-Jahres-Prävalenz19.10060.200
relative 5-Jahres-Überlebensrate48 %59 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate42 %51 %

Etwa 18.270 Personen erkrankten im Jahr 2018 an einem invasiven Harn­blasen­karzi­nom, gut ein Viertel davon sind Frauen. Hinzu kamen noch rund 12.770 Erkrankte an nicht-invasiven papillären Karzi­nomen (Ta) und in situ-Tumoren (Tis) der Blase. Insbesondere für schlecht differenzierte Ta-Tumoren und Tis besteht ein erhöhtes Risiko für das Fort­schrei­ten des Tumor­wachs­tums (Progression) und Wieder­auftreten der Erkrankung (Rezidiv), was sich auch in den Über­lebens­raten wider­spiegelt. Daher besitzen sie besondere klinische Relevanz, obwohl sie nach ICD-10 derzeit nicht zu den bös­artig­en Tumoren gezählt werden. Beim Harn­blasen­krebs handelt es sich über­wiegend um Urothel­karzi­nome, die nicht selten an verschie­denen Stellen der Blase und ablei­ten­den Harn­wege gleich­zeitig vor­kommen.

Grafik zur Verteilung von Tumorstadien und Grading bei nicht-invasiven Blasentumoren nach Geschlecht, ICD-10 D09.0 und D41.4, Deutschland 2015–2016. Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Verteilung von Tumorstadien und Grading bei nicht-invasiven Blasentumoren nach Geschlecht, ICD-10 D09.0 und D41.4, Deutschland 2015–2016

Grafik zum relativen 5-Jahres-Überleben nach Tumorstadium, Grading und Geschlecht bei nicht-invasiven Blasentumoren, ICD-10 D09.0 und D41.4, Deutschland 2015–2016. Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Relatives 5-Jahres-Überleben nach Tumorstadium, Grading und Geschlecht bei nicht-invasiven Blasentumoren, ICD-10 D09.0 und D41.4, Deutschland 2015–2016

Bei Männern sind die alters­standardi­sierten Erkrankungs- und Sterbe­raten seit Ende der 1990er Jahre deutlich rückläufig. Dies ist wahr­scheinlich Folge einer Verringe­rung des Tabak­konsums, möglicher­weise auch Folge einer zurück­gegan­genen berufl­ichen Exposi­tion gegen­über krebs­erregenden Stoffen. Bei Frauen verliefen beide Raten über die Jahre weit­gehend konstant, jedoch auf deutlich niedri­gerem Niveau als bei den Männern.

Grafik zu altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C67, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard). Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C67, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard)

Die höheren relativen 5-Jahres-Über­lebens­raten von Männern gegenüber Frauen korres­pon­die­ren mit einer günsti­geren Verteilung der Tumor­stadien (36 Prozent gegenüber 24 Prozent UICC I).

Rauchen beeinflusst das Erkrankungsrisiko

Aktives und passives Rauchen sind die wichtigsten Risiko­faktoren. Darüber hinaus erhöhen einige chemische Stoffe wie aroma­tische Amine das Risiko. Die bekannten risiko­erhöhenden Arbeits­stoffe sind in Europa inzwischen weit­gehend aus dem Berufs­alltag verschwunden. Die Latenz­zeit zwischen Exposi­tion und Krebs­entstehung ist jedoch lang, so dass berufs­bedingte Harn­blasen­karzi­nome weiterhin registriert werden. In der Krebs­therapie einge­setzte Zyto­statika und eine Strahlen­therapie dieser Körper­region können das Risiko steigern. Andere Arznei­mittel wie das Anti­dia­beti­kum Pioglitazon scheinen eben­falls Blasen­krebs auszulösen.

Zudem erhöhen Luft­ver­schmutzung und Arsen oder Chlor im Trink­wasser das Risiko, an einem Harn­blasen­karzi­nom zu erkranken. Auch chronisch ent­zünd­liche Schädi­gungen der Blasen­schleim­haut erhöhen das Erkran­kungs­risiko. Familiäre Häufungen werden beobachtet: Es gibt Hinweise, dass gene­tische Faktoren eine Rolle bei der Entstehung von Blasen­krebs spielen, indem sie die Empfind­lichkeit gegenüber Karzi­no­genen beeinflussen.

Stand: 29.11.2021

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