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Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom)

ICD-10 C54-C55
2018

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2017 / 2018

Frauen
Neuerkrankungen10.860
standardisierte Erkrankungsrate¹15,9
Sterbefälle2.631
standardisierte Sterberate¹3,0
5-Jahres-Prävalenz43.000
10-Jahres-Prävalenz77.100
relative 5-Jahres-Überlebensrate*78 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*74 %

Mit jährlich etwa 10.860 Neuerkran­kungen in 2018 sind bös­artige Tumoren des Gebär­mutter­körpers (Korpus- oder Endo­metrium­karzinom) die fünft­häufigste Krebs­erkran­kung bei Frauen und die häufig­ste der weiblichen Genital­organe. Auf Grund der guten Prognose fällt die Zahl der Sterbe­fälle an dieser Erkran­kung mit etwa 2.650 pro Jahr vergleich­bar gering aus. Eine von 50 Frauen erkrankt im Laufe des Lebens an Gebär­mutter­körper­krebs, eine von 200 verstirbt daran. Die Neuerkran­kungs­rate an Krebs des Gebär­mutter­körpers ist leicht rück­läufig, die alters­standardi­sierte Sterbe­rate zuletzt nahezu konstant.

Altersstandardisierte Neuerkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C54 - C55, Deutschland 1999 – 2018/2019, Prognose (Inzidenz) bis 2022, je 100.000 (alter Europastandard) Altersstandardisierte Neuerkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C54 - C55, Deutschland 1999 – 2018/2019, Prognose (Inzidenz) bis 2022, je 100.000 (alter Europastandard)

Das mittlere Erkran­kungs­alter liegt bei 68 Jahren. Histologisch sind die Krebs­erkran­kungen des Gebär­mutter­körpers meist endo­metriale (von der Schleimhaut der Gebär­mutter ausgehende) Adeno­karzi­nome. Zwischen 64 Prozent und 67 Prozent der Karzi­nome mit gültigen Stadien­angaben werden im Stadium I diagnosti­ziert.

Das relative 5-Jahres-Über­leben liegt in Deutschland bei etwa 78 Prozent. Ende 2018 lebten etwa 143.600 Frauen in Deutschland, die in den vergangenen 25 Jahren an einem Korpus­karzinom erkrankt sind. Innerhalb Deutschlands sind regionale Unter­schiede der Erkran­kungs- und Sterbe­raten eher gering. International werden höhere Erkran­kungs­raten aus Osteuropa, aber auch aus den USA berichtet.

Hormone beeinflussen das Erkrankungsrisiko

Etwa 80 Prozent der Endo­metrium­karzi­nome sind hormon­abhängig. Für diese ist lang­fristiger Östrogen­einfluss ein Risiko­faktor: Eine frühe erste Regel­blutung, späte Wechsel­jahre sowie Kinder­losig­keit oder Erkran­kungen der Eier­stöcke erhöhen das Risiko. Östro­gene als Mono­thera­pie in den Wechsel­jahren steigern das Risiko, die Kombi­nation mit Gesta­genen wirkt dem entgegen. Orale Kontra­zeptiva (»Pille«), insbe­son­dere Östrogen-Gestagen-Kombi­nationen, senken das Risiko. Bei hormon­abhängigen Tumoren spielen auch Über­gewicht und Bewegungs­mangel eine Rolle. Außerdem erkranken Frauen mit Dia­betes mellitus Typ 2 häufiger. Frauen, die wegen Brust­krebs mit Tamo­xi­fen behandelt werden haben ebenfalls ein höheres Risiko. Gen­ver­ände­rungen, die mit erblichen Darm­krebs, dem nicht-poly­pösen kolo­rekta­len Karzi­nom, in Verbindung stehen, erhöhen auch das Risiko für Gebär­mutter­körper­krebs.

Bei den selteneren Östrogen-unabhängigen Formen gilt ein höheres Alter als Risiko. Eine Bestrah­lung der Gebär­mutter kann das Risiko eben­falls erhöhen. Welche Rolle lebens­stil­bedingte oder gene­tische Faktoren spielen ist unklar.

Stand: 29.11.2021

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