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Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

ICD-10 C53
2014
1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard
Frauen
Neuerkrankungen4.540
standardisierte Erkrankungsrate¹9,2
Sterbefälle1.506
standardisierte Sterberate¹2,4
5-Jahres-Prävalenz17.500
10-Jahres-Prävalenz32.500
relative 5-Jahres-Überlebensrate69%
relative 10-Jahres-Überlebensrate65 %

In Deutschland erkrankten 2014 mehr als 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Man unterscheidet zwischen einem lokal begrenzten Tumor, der noch nicht in das umliegende Gewebe eingedrungen ist (in-situ-Karzinom), und einer vollständig entwickelten Krebskrankheit, von der Metastasen ausgehen können (invasives Karzinom). Die höchsten Erkrankungsraten an bereits invasiven Karzinomen weisen derzeit 35- bis unter 60-jährige Frauen auf. Das mittlere Erkrankungsalter beträgt 53 Jahre. Das sehr viel häufigere in-situ Karzinom wird meist im Rahmen der Früherkennung bei im Mittel um 20 Jahre jüngeren Frauen entdeckt.

Die Neuerkrankungsraten der Frauen am invasiven Karzinom verlaufen seit Ende der 1990er Jahre weitgehend stabil, jedoch auf einem deutlich niedrigeren Niveau als noch in den 1980er Jahren. Im internationalen Vergleich liegen Neuerkrankungs- und Sterberaten in Ländern mit lange bestehenden, gut organisierten Früherkennungsprogrammen deutlich niedriger als in Ländern ohne solche Angebote.

Prognosen haben sich verbessert

Die Sterberaten sind seit 1980 ebenfalls deutlich zurückgegangen. Derzeit sterben in Deutschland etwa 1.540 Frauen jährlich an Gebärmutter­hals­krebs. Vor 30 Jahren waren es noch mehr als doppelt so viele.

Die relative 5-Jahres-Überlebensrate mit einem invasiven Zervixkarzinom liegt bei 69 %. Dies beschreibt die Wahrscheinlichkeit, die nächsten fünf Jahre zu überleben im Vergleich zu Frauen in der Allgemein­bevölkerung gleichen Alters.

Viren erhöhen Krebsrisiko

Hauptursache von Gebärmutter­hals­krebs ist eine anhaltende Infektion mit sexuell übertragenen humanen Papillomviren (HPV). Eine HPV-Infektion ist häufig, heilt jedoch in den meisten Fällen aus. Bei einer anhaltenden Infektion – vor allem mit Hochrisikoviren wie HPV 16 und 18 – kann sich ein Zervixkarzinom entwickeln. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, andere sexuell übertragbare Erreger (z. B. Herpes-simplex, Chlamydien), früher Beginn der sexuellen Aktivität, viele Geburten und ein stark geschwächtes Immunsystem. Auch während der langfristigen Einnahme oraler Kontrazeptiva (»Pille«) ist das Erkrankungsrisiko leicht erhöht. Bestimmte Gen-Muster fördern möglicherweise die Entwicklung von Zervixkarzinomen.

Welche Früherkennungs- und Präventionsmaßnahmen gibt es?

Das gesetzliche Früherkennungsprogramm bietet Frauen ab 20 Jahren die Möglichkeit eines jährlichen Zellabstrichs vom Gebärmutterhals (PAP-Abstrich). Ab dem Alter von 35 Jahren wird in 2018 stattdessen alle drei Jahre ein HPV-Test kombiniert mit dem PAP-Abstrich eingeführt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, Mädchen gegen HPV zu impfen, vorrangig im Alter von 9 bis 14 Jahren. Bis zum Alter von 17 Jahren werden auch die Kosten einer versäumten Impfung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sie ersetzt die Früherkennung jedoch nicht, da die Impfung nur vor den häufigsten Hochrisiko-HP-Viren schützt.

Stand: 06.12.2017

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