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Krebs der Gallenblase und Gallenwege

ICD-10 C23-C24
2017

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2015 / 2016

FrauenMänner
Neuerkrankungen2.8282.506
standardisierte Erkrankungsrate¹3,23,9
Sterbefälle2.1131.562
standardisierte Sterberate¹2,22,2
5-Jahres-Prävalenz4.4004.200
10-Jahres-Prävalenz6.1005.800
relative 5-Jahres-Überlebensrate*18 %22 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*16 %18 %

In Deutschland wurden im Jahr 2017 etwa 5.330 neue Fälle an bös­artigen Tumoren der Gallen­blase (ca. 32 Prozent) und der Gallen­wege außer­halb der Leber (68 Prozent) diagnostiziert. Der Anteil von Gallen­wegs­tu­moren außer­halb der Leber lag bei Männern mit 79 Prozent deutlich höher als bei Frauen (60 Prozent). Histo­logisch handelt es sich über­wiegend um Adeno­karzinome. Von den Tumor­erkran­kun­gen der Gallen­wege waren etwa 11 Prozent so­ge­nann­te Klatskin-Tumoren.

Ähnlich wie beim Leber­krebs steigt das Erkran­kungs­risiko mit zu­neh­men­dem Lebens­alter konti­nu­ierlich an. Eine von 190 Frauen und einer von 210 Männern erkrankt im Laufe des Lebens an diesem Tumor.

Seit 1999 sind die alters­standar­di­sierten Neuer­kran­kungs- und Sterbe­raten bei Frauen zurück­gegan­gen, wozu vor allem ein deut­licher Rück­gang von Krebs­erkran­kungen der Gallen­blase beitrug. Bei Männern ist die Inzidenz weit­gehend konstant geblieben, während die alters­standar­di­sierte Sterblich­keit bis etwa 2009 zurück­ging, um danach wieder leicht an­zu­steigen.

Grafik zu altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C23-C24, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard). Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten nach Geschlecht, ICD-10 C23-C24, Deutschland 1999 – 2016/2017, Prognose (Inzidenz) bis 2020, je 100.000 (alter Europastandard)

Die relativen 5-Jahres-Über­lebens­raten bei bös­artigen Tumoren der Gallen­blase und Gallen­wege sind mit 18 Prozent für Frauen und 22 Prozent für Männer eher niedrig.

Bestimmte Erkrankungen können das Tumorrisiko erhöhen

Die Auslöser von Gallen­gangs- und Gallen­blasen­karzi­nomen sind nicht eindeutig identi­fi­ziert. Als Haupt­risiko­faktor gilt das Alter. Starkes Über­gewicht und eine primäre skle­ro­sie­rende Cholangitis (PSC) gelten als Risiko­faktoren für beide Tumor­erkran­kungen. Größere Gallen­blasen­polypen, Entzün­dun­gen der Gallen­blase (und ihre Folge, die Porzellan­gallen­blase) sowie Gallen­blasen­steine können das Risiko für Gallen­blasen­karzi­nome erhöhen. Mögliche Risiko­faktoren für Gallen­gangs­karzi­nome sind neben chro­nisch-ent­zünd­lichen Erkran­kungen der Gallen­gänge die folgenden Vor­erkran­kungen: an­gebo­rene Anoma­lien der Gallen­wege (Caroli-Syndrom), Gallen­gangs­steine in der Leber, Chole­do­chus­zysten, Zucker­krankheit (Dia­betes melli­tus), Hepa­titis-B- und -C-Virusinfektionen, Leber­erkran­kungen infolge hohen Alkohol­konsums, chronische ent­zünd­liche Darm­erkran­kung und Rauchen. Vor allem in Asien sind para­sitäre Leber­egel ein weiterer Risiko­faktor für Karzi­nome der Gallen­gänge und Gallen­blase.

Früh­erken­nungs-Unter­such­ungen der Allge­mein­bevöl­ke­rung sind nicht sinnvoll. Für bestimmte Risiko­gruppen (wie Patienten mit Gallen­blasen­poly­pen, -steinen oder einer PSC) können regel­mäßige Kontrollen erwogen werden.

Stand: 30.03.2021

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