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Brustkrebs (Mammakarzinom)

ICD-10 C50
2017

¹ je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard

* berechnet nach Periodenmethode für 2015 / 2016

FrauenMänner
Neuerkrankungen67.297647
standardisierte Erkrankungsrate¹108,31,0
Sterbefälle18.396192
standardisierte Sterberate¹22,80,3
5-Jahres-Prävalenz300.6892.694
10-Jahres-Prävalenz555.7484.346
relative 5-Jahres-Überlebensrate*87 %77 %
relative 10-Jahres-Überlebensrate*82 %72 %

Mit zuletzt rund 67.300 Neu­erkrankungen jährlich ist Brust­krebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung der Frau, zusätzlich wird bei mehr als 6.000 Frauen jährlich ein in situ-Tumor diagnos­tiziert. Etwa 1 Prozent aller Neu­erkrankungen betrifft Männer.

Auf Basis der aktuellen Inzidenz­raten erkrankt etwa eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brust­krebs. Fast drei von zehn betroffenen Frauen sind bei Diagnose­stellung jünger als 55 Jahre alt. Neu­erkrankungs- und Sterbe­raten liegen in den neuen Bundes­ländern nach wie vor niedriger als in den alten Ländern, nur für Frauen bis 55 Jahren haben sich die Raten inzwischen weit­gehend an­geglichen.

Wie wirkt sich das Mammographie-Screening aus?

Nach Einführung des Mammographie-Screening-Programms in Deutsch­land für Frauen von 50 bis 69 Jahren (je nach Region zwischen 2005 und 2009) stiegen die Erkrankungs­raten in der entsprechenden Alters­gruppe zunächst sprung­haft an. Seit 2009 gehen sie allerdings wieder konti­nu­ier­lich zurück und liegen zuletzt (2017) nur noch leicht über dem Ausgangs­niveau. Eine kürzlich erschienene Publi­kation zeigt, dass in der betreffen­den Alters­gruppe inzwischen etwa 25 Prozent weniger Frauen an fort­geschrit­tenen Tumoren erkranken als vor Ein­führung des Screenings. Dies scheint sich auch auf die Brust­krebs­sterb­lich­keit auszu­wirken, die sich seit etwa 2008 in der Screening-Alters­gruppe deut­lich günstiger ent­wickelt als bei unter 50-jährigen und über 70-jährigen Frauen.

Altersstandardisierte Neuerkrankungsraten für Brustkrebs in der Zielgruppe des Mammographie-Screenings und übrigen Altersbereichen, Deutschland 1999–2016, je 100.000 (alter Europastandard). Quelle: © Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut Altersstandardisierte Neuerkrankungsraten für Brustkrebs in der Zielgruppe des Mammographie-Screenings (Frauen 50–69 Jahre) und in übrigen Altersbereichen (Frauen 30–49 Jahre, 70 Jahre und älter), Deutschland 1999–2016, je 100.000 (alter Europastandard)

Durch Fortschritte in der Therapie wurden die Über­lebens­chancen der Betroffenen deut­lich ver­bessert, was zu einem Rück­gang der Sterbe­raten geführt hat. Erst in einigen Jahren wird beurteil­bar sein, inwieweit das Screening eine weitere Ver­ringe­rung bewirken kann. Bereits erkenn­bar ist aller­dings, dass in der betreffenden Alters­gruppe inzwischen weniger Frauen an fort­geschrittenen Tumoren erkranken als vor Ein­führung des Screenings.

Hormone beeinflussen das Brustkrebsrisiko

Hormone können das Erkrankungs­risiko be­einflussen: Eine frühe erste und eine späte letzte Regel­blutung, Kinder­losig­keit oder ein höheres Alter bei der ersten Geburt gelten als Risiko­faktoren. Eine Hormon­ersatz­therapie kann das Brust­krebs­risiko steigern, besonders bei längerer Dauer und kombi­nierter Östrogen-Gestagen-Einnahme. Hormon­haltige Ovulations­hemmer (»Pille«) erhöhen das Risiko nur gering.

Sehr dichtes Brust­drüsen­gewebe, bestimmte gut­artige Brust­ver­ände­rungen oder eine vor­aus­gegangene Brust­krebs­erkrank­ung zählen ebenfalls zu den Risiko­faktoren.

Ein Teil der Brust­krebs­erkran­kungen ist auf ein erhöhtes genetisches Risiko zurück­zuführen: Sind nahe Verwandte an Brust- oder Eier­stock­krebs erkrankt, steigt das Risiko, selbst zu erkranken. Ebenso steigt das Brust­krebs­risiko nach einer Strahlen­therapie des Brustkorbs im Kindes- oder Jugend­alter.

Auch Lebens­stil­faktoren wie Über­gewicht und Be­wegungs­mangel nach den Wechsel­jahren sowie Alko­hol sind Risiko­faktoren. Außer­dem könnte Rauchen das Risiko geringfügig erhöhen.

Welche Früherkennungsuntersuchungen gibt es?

Das gesetz­liche Früh­erkennungs­programm bietet Frauen ab 30 Jahren die Mög­lich­keit einer jähr­lichen Tast­unter­suchung beim Arzt. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden im Rahmen des Mammo­graphie-Screening-Programms alle zwei Jahre zu einer Röntgen­unter­suchung der Brust eingeladen.

Stand: 30.03.2021

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