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Brustkrebs (Mammakarzinom)

ICD-10 C50
2014
1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard
MännerFrauen
Neuerkrankungen65069.220
standardisierte Erkrankungsrate¹1,1114,6
Sterbefälle13417.670
standardisierte Sterberate¹0,223,0
5-Jahres-Prävalenz2.400311.400
10-Jahres-Prävalenz3.800559.900
relative 5-Jahres-Überlebensrate73 %88%
relative 10-Jahres-Überlebensrate69 %82 %

Mit rund 69.000 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Das Mammakarzinom tritt in jüngerem Alter auf als die meisten anderen Krebsarten. Fast 30 Prozent der betroffenen Frauen sind bei Diagnosestellung noch jünger als 55 Jahre – ein Alter, in dem die meisten anderen Krebserkrankungen zahlenmäßig noch kaum eine Rolle spielen. Die Neuerkrankungs- und Sterberaten liegen in den neuen Bundesländern immer noch deutlich niedriger als in den alten.

Wie wirkt sich das Mammographie-Screening aus?

Nach Einführung des Mammographie-Screening-Programms in Deutschland für Frauen von 50 bis 69 Jahren (je nach Region zwischen 2005 und 2009) stiegen die Erkrankungsraten in der entsprechenden Altersgruppe zunächst sprunghaft an. Seit 2009 gehen sie allerdings wieder kontinuierlich zurück und liegen zuletzt (2014) nur noch leicht über dem Ausgangsniveau. Diese Entwicklung zeigt, dass in der ersten Phase des Programms viele Tumoren deutlich früher entdeckt wurden als ohne Screening. Die in der ersten Phase ebenfalls angestiegene Inzidenzrate für größere Tumoren (> 2cm) liegt inzwischen niedriger als in den Jahren vor Einführung des Programms Dies scheint zu belegen, dass durch das Screening die Entstehung größerer Tumoren zumindest in einem Teil der Fälle verhindert werden kann. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurden allerdings auch Tumoren diagnostiziert, die ohne Mammographie-Screenings lebenslang unerkannt geblieben wären und keine Beschwerden verursacht hätten (Überdiagnose). Dies gilt insbesondere für die in einem frühen (in–situ) Stadium entdeckten Tumoren, die fast nur durch die Mammographie entdeckbar sind und deren Häufigkeit entsprechend sehr deutlich angestiegen ist.

Trotz der langfristig deutlich gestiegenen Erkrankungszahlen sterben heute weniger Frauen an Brustkrebs als noch vor 20 Jahren. Durch Fortschritte in der Therapie haben sich die Überlebenschancen für die Betroffenen deutlich verbessert. Inwieweit das Mammographie-Screening die Sterblichkeit an Brustkrebs zusätzlich verringert hat, lässt sich derzeit noch nicht zuverlässig beurteilen.

Hormone beeinflussen das Brustkrebsrisiko

Eine frühe erste und eine späte letzte Regelblutung sind mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs verknüpft. Je länger der Zeitraum, in dem die Hormon-Spiegel monatlich schwanken, desto höher die Wahrscheinlichkeit zu erkranken. Kinderlosigkeit oder ein höheres Alter bei der ersten Geburt wirken sich ebenso risikoerhöhend aus. Umgekehrt verringern mehrere beziehungsweise frühe Geburten und längere Stillzeiten das Erkrankungsrisiko. Eine Hormon­ersatz­therapie in und nach den Wechseljahren, insbesondere mit einer Kombination aus Östrogenen und Gestagenen, steigert das Risiko eines Mammakarzinoms. Hormonhaltige Ovulationshemmer („Pille“) beeinflussen die Erkrankungs­wahrscheinlichkeit hingegen nur geringfügig.

Übergewicht und Bewegungsmangel nach den Wechseljahren erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Brustkrebs, auch der Alkoholkonsum ist als Risikofaktor belegt.

Eine familiäre Häufung von Brust- oder Eierstockkrebserkrankungen ist ebenfalls ein Risikofaktor. Eine Veränderung der Brustkrebsgene BRCA1 und BRCA2 liegt nur in etwa fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebsfälle zugrunde.

Welche Früherkennungsuntersuchungen gibt es?

Das gesetzliche Früherkennungsprogramm bietet Frauen ab 30 Jahren die Möglichkeit einer jährlichen Tastuntersuchung beim Arzt. Zwischen 2005 und 2009 wurde in Deutschland das qualitätsgesicherte Mammographie-Screening-Programm eingeführt. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden seitdem alle zwei Jahre persönlich zu einer Röntgenuntersuchung der Brust eingeladen.

Stand: 06.12.2017

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