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Rauchen verursacht jährlich mehr als 70.000 Krebsfälle

Aktuell sind in Deutschland mehr als 70.000 Krebsfälle jährlich auf das Rauchen zurückzuführen. Diese Zahlen liegen höher als noch vor zehn Jahren. Tabakkonsum ist ein wesentlicher Risikofaktor für verschiedene Krebsarten: Er kann für Tumoren in der Lunge, aber auch in Rachen und Kehlkopf oder in den unteren Harnwegen verantwortlich sein.

Jede vierte bis fünfte Krebserkrankung bei Männern und fast jede 12. bei Frauen sind in Deutschland auf das Rauchen zurückzuführen, insgesamt waren es im Jahr 2008 etwa 72.200 Neuerkrankungen an Krebs.

Damit lag die Zahl der durch Tabakkonsum verursachten Krebserkrankungen für das Jahr 2008 um 6.200 Fälle höher als noch 1999. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Zahlen zunächst noch weiter steigen werden. Der Trend spiegelt das Rauchverhalten der Bevölkerung in der Vergangenheit wider. In der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts griffen immer mehr Deutsche zur Zigarette, bei Frauen wurde das Rauchen noch bis etwa zur Jahrtausendwende immer populärer.

Da sich Krebserkrankungen häufig langsam entwickeln und vor allem im höheren Alter auftreten, zeigen sich die krebsauslösenden Effekte des Rauchens erst Jahrzehnte später. Dass der Tabakkonsum in Deutschland in jüngster Zeit vor allem in den jüngeren Generationen rückläufig ist, wird sich daher erst langfristig auf die Krebsraten auswirken.

Rauchen kann verschiedene Krebsarten auslösen

Nicht nur für Lungenkrebs ist Rauchen ein wesentlicher Risikofaktor, auch für andere Krebsarten kann der Tabakkonsum verantwortlich sein. Dazu zählen beispielsweise Tumoren an Rachen, Speiseröhre, Darm, Kehlkopf oder den unteren Harnwegen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt Tabakrauch auch weltweit den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktor für Krebserkrankungen dar.

Die Zahlen berechneten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut (RKI). Dazu ausgewertet wurden Daten der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland sowie Erhebungen zur Häufigkeit des Rauchens aus dem repräsentativen Gesundheitssurvey des RKI (DEGS1, Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland). Daten zur Erhöhung des Krebsrisikos unter Rauchern (relative Risiken) wurden publizierten Meta-Analysen entnommen. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse jetzt im International Journal of Cancer (DOI: 10.1002/ijc.28392).

Weitere Informationen

Abstract der Publikation im International Journal of Cancer (Die Vollversion ist kostenpflichtig)

Mehr zu Lungenkrebs vom ZfKD

Gesundheitssurvey DEGS1

Stand: 01.08.2013

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