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Informationen zur Antragstellung

für die Nutzung eines Datensatzes des Zentrums für Krebsregisterdaten gemäß § 5 Abs. 3 BKRG vom 18. August 2009

Der Datensatz basiert auf den Daten der epidemiologischen Landeskrebsregister zu jährlich erfassten Krebsneuerkrankungen im jeweiligen Bundesland. Die Daten werden nach BKRG regelmäßig in anonymisierter Form an das Zentrum für Krebs­registerdaten im Robert Koch-Institut übermittelt, dort auf Vollständigkeit sowie Plausibilität geprüft und für bundesweite Auswertungen zum Krebs­geschehen genutzt.

Das ZfKD kann den geprüften Datensatz auch Dritten auf Antrag gemäß § 5 Abs. 3 BKRG zur Nutzung zur Verfügung stellen, soweit ein berechtigtes, insbesondere wissenschaftliches Interesse vom Antragsteller/der Antragstellerin glaubhaft gemacht wird.

Verfahrensweg der Antragstellung und Prüfung:

1. Der/die Antragsteller/-in stellt beim ZfKD im RKI einen Antrag auf Nutzung eines Datensatzes des ZfKD (Antragsformular siehe PDF-Datei). Aus dem Antrag muss u. a. hervorgehen, welche Variablen für das geplante Vorhaben benötigt werden. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme per Telefon oder E-Mail mit dem ZfKD hat sich in vielen Fällen als sinnvoll erwiesen und wird daher empfohlen.

2. Zusätzlich zu den Angaben im Formular sollte das „berechtigte, insbesondere wissenschaftliche Interesse“ anhand einer (etwa 2-seitigen) Projektskizze einschließlich der konkreten Zielstellung der geplanten Auswertung glaubhaft gemacht werden.

3. Das ZfKD prüft den Antrag zunächst auf Vollständigkeit und Plausibilität der Angaben und bestätigt dem/der Antragsteller/-in den Antragseingang (ggf. mit Bitte um Ergänzung von Angaben).

4. Das ZfKD holt danach die Stellungnahme des Beirats des ZfKD ein und entscheidet über den Antrag. Die Sitzungen des Beirats finden zweimal jährlich statt. Für das Jahr 2017 sind diese für die 11. und 41. Kalender­woche geplant. Die Anträge sollten bis spätestens 6 Wochen vor der jeweiligen Sitzung beim ZfKD vorliegen, auch um gegebenenfalls noch Ergänzungen zum Antrag abstimmen zu können. Der/die Antragsteller/-in erhält per E-Mail eine Bestätigung über den Eingang der Antragsunterlagen.

In Ausnahmefällen kann über einen Antrag auch zwischen den Sitzungs­terminen beraten werden. Die Dringlichkeit des Antrags muss hierfür ausreichend begründet werden.

5. Bei Genehmigung des Antrags wird zwischen dem ZfKD und dem/der Antragsteller/-in eine schriftliche Vereinbarung getroffen, in der Umfang der Datennutzung und Veröffentlichungsrechte geregelt sind.

6. Die Vereinbarung enthält insbesondere folgende Regelungen bzw. Verpflichtungen für den Antragsteller bzw. die Antragstellerin:

  • Verwendung der überlassenen Daten ausschließlich für die beantragten Zwecke, insbesondere Ausschluss einer kommerziellen Nutzung des Datensatzes
  • Ausschluss der Weitergabe der Daten an Dritte und Hinweis, dass in diesem Fall ein gesonderter Antrag erforderlich ist
  • Einhaltung der wesentlichen Regeln des anerkannten Standes von Wissenschaft und Technik („Gute Epidemiologische Praxis“ bzw. „Gute Praxis Sekundärdatenanalyse“)
  • Verpflichtung zur Einhaltung allgemeiner Datenschutzanforderungen, insbesondere kein Versuch der Deanonymisierung der Daten, der Verlinkung von Einzelfalldaten mit anderen Datenquellen oder der Publikation von Einzelfalldaten; sorgsamer Datenumgang
  • Verpflichtung zur Sperrung der Daten nach Projektende
  • Verpflichtung zur Nennung der Datenquelle bei Publikation
  • Information des ZfKD über erfolgte Publikationen und Zusendung eines Exemplars jeder Veröffentlichung zur Dokumentation.

7. Das ZfKD überlässt dem/der Antragsteller/-in den für die beantragte Auswertung erforderlichen anonymisierten Datensatz, einschließlich einer den Datensatz beschreibenden Dokumentation.

8. Themen genehmigter Anträge werden bei Einverständnis der Antragsteller auf der Website des ZfKD veröffentlicht. Dies dient der orientierenden Information für potenzielle Antragsteller, insbesondere hinsichtlich der Frage, ob ein geplantes Auswertungsvorhaben eventuell schon von anderer Stelle bearbeitet wird. Der Umfang der Angaben zum jeweiligen Auswertungsprojekt (z.B. Kurztitel, namentliche Angaben bzw. Kontaktdaten) wird vom Antragsteller/von der Antragstellerin vorgegeben und in die Vereinbarung aufgenommen.

9. Auf veröffentlichte Ergebnisse bzw. Publikationen, die auf genehmigten Anträgen basieren, weist das ZfKD hin.

Ablaufschema: Bearbeitung von Anträgen zur Nutzung eines Datensatzes des ZfKD Bearbeitung von Anträgen zur Nutzung eines Datensatzes des ZfKD

Stand: 22.05.2017

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