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Überlebensraten

Was ist der Unterschied zwischen absoluten und relativen Überlebensraten?

Die Ergebnisse der Überlebenszeitanalysen beschreiben die durchschnittlichen Überlebensaussichten erwachsener Patientinnen und Patienten nach einer bestimmten Krebsdiagnose. Hierfür wurden absolute und relative Überlebensraten berechnet. 

Absolute Überlebensraten stellen den Anteil der Patientinnen und Patienten dar, die zu einem bestimmten Zeitpunkt nach ihrer Diagnose noch leben. Ein absolutes 5-Jahres-Überleben von 80 Prozent bedeutet zum Beispiel, dass 80 von 100 an einer bestimmten Krebsart erkrankte Personen die ersten fünf Jahre nach ihrer Diagnose überlebt haben.

Das relative Überleben berücksichtigt die Tatsache, dass nur ein Teil der Sterblichkeit (Mortalität) unter Krebspatienten auf Krebs zurückzuführen ist, da eine gewisse Sterblichkeit unter Personen gleichen Alters und Geschlechts auch ohne Krebs, d.h. aufgrund anderer Grunderkrankungen erwartet wird. Relative Überlebensraten bilden die krebsbedingte Mortalität ab, indem der Quotient aus dem absoluten Überleben der Krebspatienten und dem erwarteten Überleben in der allgemeinen Bevölkerung berechnet wird.

Ein relatives 5-Jahres-Überleben von beispielsweise 80 Prozent bedeutet demnach, dass der Anteil der überlebenden Krebspatienten fünf Jahre nach Diagnose 80 Prozent des erwarteten Anteils der Überlebenden einer Bevölkerung gleichen Alters und Geschlechts ohne Krebs entspricht. Das relative Überleben ist immer höher als das entsprechende absolute Überleben. Das erwartete Überleben wurde mit der sogenannten Ederer-II-Methode anhand der bundesdeutschen Periodensterbetafeln des Statistischen Bundesamtes berechnet.

Was bedeutet die Periodenmethode?

Um möglichst aktuelle Überlebensaussichten zu schätzen, wurde die sogenannte Periodenmethode nach Brenner verwendet. Diese berücksichtigt alle Informationen zum Überleben von Personen, die während einer bestimmten Zeitperiode (z.B. 2007-2008) gelebt haben. In die Berechnung der Periode 2007 bis 2008 gehen damit alle Personen ein, die zwischen 2002 und 2008 erkrankt sind und Anfang 2007 noch gelebt haben. Das Ergebnis kann als Schätzung für die Überlebensraten der Patienten aus 2007 und 2008 interpretiert werden, deren 5-Jahres-Überleben naturgemäß aktuell noch nicht direkt bestimmt werden kann. Bei Annahme einer kontinuierlichen Verbesserung der Überlebensraten über die Zeit wäre allerdings von einer leichten Unterschätzung der Überlebenschancen auszugehen.

Warum wurden nur die Daten bestimmter Register verwendet?

Weil die Genauigkeit von Überlebenszeitanalysen sehr von der Qualität der zugrundeliegenden Daten abhängt, wurden Register für die aktuellen Berechnungen eingeschlossen, die zwei Kriterien erfüllen. Einerseits sollte der DCO-Anteil über alle bösartigen Krebsarten (C00-C97 ohne C44) in der betrachteten Periode höchstens 15% betragen. Das per Definition unbekannte Diagnosedatum eines DCO-Falls, d.h. eines Erkrankungfalls, der nur durch die Todesbescheinigung bekannt wird, führt zwangsläufig zum Ausschluss dieses Falls bei der Überlebenszeitanalyse. Dies bedingt eine potenzielle Überschätzung der Überlebensraten, da DCO-Fälle nach den Ergebnissen vieler Untersuchungen tendenziell eine Selektion von Patientinnen und Patienten mit kürzeren Überlebenszeiten darstellen.

Das zweite Kriterium bewertet die Qualität der Bestimmung des Vitalstatus von Erkrankten, die von einem Register zu Lebzeiten erfasst wurden. Internationale Studien zeigen, dass Menschen mit der Diagnose Bauchspeicheldrüsen- bzw. Lungenkrebs mit Metastasen eine sehr schlechte Prognose haben. Außerdem hat sich die durchschnittliche Überlebensaussicht bei diesen Diagnosen über lange Zeit nicht substanziell geändert. Deshalb kann ein vom Krebsregister ermittelter hoher Anteil überlebender Patientinnen und Patienten mit diesen Krebsarten ein Hinweis auf Mängel in der Datenqualität bzw. auf einen relevanten Anteil ‚verpasster’ Sterbefälle sein. Es wurden daher nur diejenigen Register in die Auswertung eingeschlossenen, bei denen Patientinnen und Patienten mit der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs bzw. metastasiertem Lungenkrebs ein relatives 5-Jahres-Überleben von im Mittel maximal 7,5 Prozent aufwiesen.

Nach den beiden oben genannten Kriterien wurden die Krebsregister Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Saarland sowie die Daten aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen des Gemeinsamen Krebsregisters in die aktuellen Auswertungen eingeschlossen.

Stand: 17.02.2012

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