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Schilddrüsenkrebs

ICD-10 C73
2012
1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach Europastandard
MännerFrauen
Neuerkrankungen1.8204.390
standardisierte Erkrankungsrate¹3,89,3
Sterbefälle330419
standardisierte Sterberate¹0,80,5
5-Jahres-Prävalenz7.70020.700
relative 5-Jahres-Überlebensrate85%94%
relative 10-Jahres-Überlebensrate84%94%

Im Zeitraum von 1999 bis 2012 haben in Deutschland die altersstandardisierten Erkrankungsraten für Schilddrüsenkrebs erheblich zugenommen. Von diesem Anstieg waren ausschließlich die prognostisch sehr günstigen papillären Karzinome sowie überwiegend junge Erwachsene betroffen. Dieser Trend ist in ähnlichem Ausmaß auch in anderen Ländern zu beobachten und wird am ehesten auf verbesserte Untersuchungsmethoden (beispielsweise Ultraschall) zurückgeführt, die etwa im Rahmen der Abklärung anderer Schilddrüsenerkrankungen zur Anwendung kommen. Die Sterberaten hingegen haben in geringem Ausmaß abgenommen.

Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, nach Geschlecht, ICD-10 C73, Deutschland 1999 – 2012, je 100.000 (Europastandard) Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, nach Geschlecht, ICD-10 C73, Deutschland 1999 – 2012, je 100.000 (Europastandard)

Innerhalb Deutschlands sind mit einigem Abstand die höchsten Erkrankungsraten in Bayern zu beobachten, was mit ähnlich hohen Raten in Österreich korrespondiert. Krebserkrankungen der Schilddrüse werden vor allem bei Frauen in der Mehrzahl der Fälle in einem frühen Stadium (T1) entdeckt. Mit relativen 5-Jahres-Überlebensraten von 94 Prozent bei Frauen und 85 Prozent bei Männern ist die Prognose eher günstig.

Ionisierende Strahlung erhöht Erkrankungsrisiko

Einziger gesicherter, wenn auch vergleichsweise selten auftretender umweltbezogener Risikofaktor ist die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung, vor allem im Kindesalter. Dazu zählt auch eine Radiotherapie, bei der die Schilddrüse im Strahlenfeld liegt.

Weitere ernährungs- oder lebensstilbezogene Risikofaktoren oder Umweltrisiken sind derzeit nicht sicher belegt. Außerdem ist unklar, warum Frauen häufiger betroffen sind als Männer. In der Vorgeschichte vieler Patienten finden sich Jodmangel und gutartige Schilddrüsenerkrankungen wie Struma und Adenome, die das Risiko für Schilddrüsenkarzinome steigern.

Stand: 17.12.2015

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