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Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

ICD-10 C61
2012
1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach Europastandard
Männer
Neuerkrankungen63.710
standardisierte Erkrankungsrate¹106,7
Sterbefälle12.957
standardisierte Sterberate¹20,1
5-Jahres-Prävalenz287.100
relative 5-Jahres-Überlebensrate93%
relative 10-Jahres-Überlebensrate91%

Prostatakrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung und die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern in Deutschland. Die Zahl der Neuerkrankungen ist über lange Zeit stetig gestiegen, nimmt seit 2010 (ca. 67.300 Erkrankte) jedoch leicht ab und lag im Jahr 2012 bei rund 63.700 Fällen.

Die altersstandardisierte Erkrankungsrate ist nach einem Anstieg über fast zwei Jahrzehnte seit 2003 weitgehend konstant und seit 2008 sogar leicht rückläufig. Eine ähnliche Entwicklung ist in den meisten anderen westlichen Industrienationen zu beobachten. Sie lässt sich wahrscheinlich auf eine zunächst stetig steigende, zuletzt aber stagnierende Nutzung des PSA-Tests als (nicht organisierte) Screeningmethode zurückführen. Teilweise werden allerdings auch Tumoren diagnostiziert, die sonst lebenslang unerkannt geblieben wären und keine Beschwerden verursacht hätten.

Absolute Zahl der Neuerkrankungs- und Sterbefälle, ICD-10 C61, Deutschland 1999 – 2012, je 100.000 (Europastandard) Absolute Zahl der Neuerkrankungs- und Sterbefälle, ICD-10 C61, Deutschland 1999 – 2012, je 100.000 (Europastandard)

Im Gegensatz zur Erkrankungsrate ist die altersstandardisierte Sterberate seit etwa Mitte der 1990er Jahre rückläufig. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate für Prostatakrebs liegt zurzeit bei 93 Prozent, allerdings treten Sterbefälle auch nach längerem Verlauf, etwa bedingt durch Rezidive, noch auf. Die Mehrzahl der Tumoren wird in den frühen Stadien T1 und T2 entdeckt.

Trotz Forschung wenig über Risikofaktoren bekannt

Bisher sind die Ursachen für die Entstehung des Prostatakarzinoms und die den Verlauf beeinflussenden Faktoren trotz umfangreicher Forschung im Wesentlichen unbekannt. Eine Häufung der Erkrankung unter nahen Angehörigen ist inzwischen als Risikofaktor belegt, ohne dass bereits Klarheit über beteiligte vererbbare Genveränderungen besteht.

Eindeutig ist auch die Rolle der männlichen Geschlechtshormone (Androgene), ohne die es nicht zur Entwicklung von Prostatakrebs kommt. Es wird auch davon ausgegangen, dass die Ernährung einen Einfluss auf die Entstehung des Prostatakarzinoms haben könnte.

Welche Früherkennungsuntersuchungen gibt es?

Das gesetzliche Früherkennungsprogramm in Deutschland beinhaltet derzeit für Männer ab dem Alter von 45 Jahren einmal jährlich die Frage nach Beschwerden oder anderen gesundheitlichen Veränderungen, die Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane sowie die Tastuntersuchung der Prostata und der Lymphknoten. Der Test auf PSA im Blut ist nicht Bestandteil der gesetzlichen Früherkennung, da der Nutzen eines PSA-Screenings bisher nicht zweifelsfrei belegt werden konnte.

Stand: 17.12.2015

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