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Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

ICD-10 C56
2012
1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard
Frauen
Neuerkrankungen7.380
standardisierte Erkrankungsrate¹11,4
Sterbefälle5.646
standardisierte Sterberate¹7,5
5-Jahres-Prävalenz21.300
relative 5-Jahres-Überlebensrate 41%
relative 10-Jahres-Überlebensrate 32%

Etwa eine von 72 Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Ovarialkrebs. Die altersstandardisierten Erkrankungs- und Sterberaten nehmen in Deutschland seit der Jahrtausendwende deutlich ab, auch die absoluten Fallzahlen sind leicht rückläufig.

Histologisch handelt es sich bei den bösartigen Tumoren der Eierstöcke überwiegend um Adenokarzinome. Die seltenen Keimzelltumoren treten auch bereits bei jungen Frauen auf. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren.

Ungünstige Prognose: Tumoren werden häufig spät entdeckt

Die Überlebensaussichten von Patientinnen mit Eierstockkrebs sind im Vergleich zu Patientinnen mit anderen Krebskrankheiten der Geschlechtsorgane eher schlecht. Das relative 5-Jahres-Überleben liegt derzeit bei etwa 41 Prozent. Ein Grund dafür ist, dass sich bei Ovarialkrebs Symptome häufig erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkbar machen und die Tumoren daher oft spät erkannt werden.

Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, ICD-10 C56, Deutschland 1999-2012 je 100.000 (Europastandard) Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, ICD-10 C56, Deutschland 1999-2012 je 100.000 (Europastandard)

Hormone beeinflussen Krebsrisiko

Das Risiko, an einem Eierstockkrebs zu erkranken, steigt vor allem mit zunehmendem Alter. Unter den lebensstilbezogenen Risikofaktoren spielt Übergewicht eine Rolle. Wichtige Zusammenhänge bestehen mit hormonellen Einflussfaktoren: Kinderlosigkeit beziehungsweise Unfruchtbarkeit erhöhen, viele Geburten und längere Stillzeiten vermindern das Risiko der Erkrankung. Eine Hormonersatztherapie (insbesondere mit Östrogenmonopräparaten) bei Frauen nach der Menopause stellt ebenfalls einen Risikofaktor dar. Dagegen verringert die Einnahme von Ovulationshemmern („Pille“) die Wahrscheinlichkeit, an Eierstockkrebs zu erkranken, leicht. 

Auch genetische Faktoren können die Entstehung von Ovarialkrebs beeinflussen. Ein erhöhtes Risiko tragen Frauen, deren Verwandte ersten Grades Brust- oder Eierstockkrebs hatten, sowie Frauen, die selbst bereits an Brust-, Gebärmutterkörper- oder Darmkrebs erkrankt sind.

Stand: 17.12.2015