Navigation und Service

Nierenkrebs

ICD-10 C64
2012
1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard
MännerFrauen
Neuerkrankungen9.5005.530
standardisierte Erkrankungsrate¹16,98,0
Sterbefälle3.1252.131
standardisierte Sterberate¹5,12,4
5-Jahres-Prävalenz35.80021.900
relative 5-Jahres-Überlebensrate76%78%
relative 10-Jahres-Überlebensrate68%71%

Bösartige Neubildungen der Niere können von verschiedenen Geweben ausgehen. Unter allen Nierentumoren im Erwachsenenalter treten die Nierenzellkarzinome (Hypernephrome) mit einem Anteil von 90 Prozent am häufigsten auf.

Wie sieht die aktuelle Entwicklung aus?

Die absoluten Neuerkrankungszahlen stiegen bei den Männern seit Ende der 1990er Jahre kontinuierlich an, während bei den Frauen seit dem Jahr 2009 ein Rückgang zu verzeichnen ist. Die altersstandardisierten Erkrankungsraten hingegen bewegen sich seit Ende der 1990er Jahre bei Männern und Frauen auf einem konstanten Niveau, wobei die Erkrankungsrate der Männer doppelt so hoch liegt wie die der Frauen. Bei den alterstandardisierten Sterberaten ist bei beiden Geschlechtern hingegen ein rückläufiger Trend zu beobachten.

Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, ICD-10 C64, Deutschland 1999-2012, je 100.000 (Europastandard) Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, ICD-10 C64, Deutschland 1999-2012, je 100.000 (Europastandard)

Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Frauen bei 72 Jahren und für Männer bei 68 Jahren.

Die Prognose des Nierenkarzinoms ist vergleichsweise günstig. Etwa drei Viertel aller Tumoren werden in relativ frühen Stadien (T1 und T2) diagnostiziert. Beim regionalen bzw. internationalen Vergleich fallen relativ hohe Erkrankungs- und Sterberaten in den neuen Bundesländern sowie in den osteuropäischen Nachbarländern Deutschlands auf.

Welche Ursachen und Risikofaktoren spielen eine Rolle?

Lebensstil

Rauchen und Passivrauchen gelten als wichtigste Risikofaktoren. Ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und dem Auftreten von Nierenkrebs scheint vor allem bei Frauen zu bestehen. Bei Männern ist offenbar die Art der Fettverteilung ausschlaggebend. Auch Alkohol erwies sich in Studien als möglicher Risikofaktor.

Die unkontrollierte Einnahme von heute nicht mehr verwendeten phenacetinhaltigen Schmerzmitteln und die daraus resultierenden Nierenschäden sind als Risikofaktoren für Nierenkrebs gesichert.

Umwelteinflüsse

Die berufsbedingte Exposition gegenüber nierenschädigenden Substanzen - wie beispielsweise Halogenkohlenwasserstoffen und Cadmium – kann ebenfalls zu einem Krebsrisiko werden.

Genetische Faktoren

Eine chronische Niereninsuffizienz begünstigt insgesamt und unabhängig von ihrer Ursache die Krebsentstehung. Eine familiäre Belastung spielt vermutlich nur bei vergleichsweise wenigen Betroffenen eine Rolle.

Stand: 17.12.2015