Navigation und Service

Malignes Melanom der Haut

ICD-10 C43
2012
1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach Europastandard
MännerFrauen
Neuerkrankungen10.40010.420
standardisierte Erkrankungsrate¹19,219,2
Sterbefälle1.6271.248
standardisierte Sterberate¹2,81,7
5-Jahres-Prävalenz45.00047.100
relative 5-Jahres-Überlebensrate91%94%
relative 10-Jahres-Überlebensrate90%92%

Die Einführung der ärztlichen Früherkennungsuntersuchung zum Hautkrebs 2008 hatte noch im selben Jahr zu einer starken Zunahme der Erkrankungszahlen am malignen Melanom geführt. Diese liegen seitdem etwa 20 Prozent über dem Vorniveau. Hierbei handelt es sich weniger um einen tatsächlichen Anstieg des Krebsrisikos als um einen Effekt des Screenings, bei dem in der Anfangsphase einfach mehr Erkrankungen entdeckt werden.

Bei rund 10.400 Männern und ebenso vielen Frauen wurde im Jahre 2012 ein malignes Melanom der Haut diagnostiziert. Hinzu kommen noch etwa 6.000 in situ Melanome, also Krebsvorstufen. Das mittlere Erkrankungsalter der Frauen liegt bei 59 Jahren vergleichsweise niedrig. Männer erkranken im Mittel acht Jahre später. 

Altersspezifische Erkrankungsraten nach Geschlecht, ICD-10 C43, Deutschland 2011-2012 je 100.000 Altersspezifische Erkrankungsraten nach Geschlecht, ICD-10 C43, Deutschland 2011-2012 je 100.000

Seit den 1980er Jahren sind die altersstandardisierten Erkrankungsraten in den westlichen Industrienationen deutlich gestiegen und haben sich teilweise mehr als verdreifacht. Die höchsten Erkrankungsraten in Europa werden aktuell in Dänemark gemessen, innerhalb Deutschlands zeigt sich kein klares geographisches Muster.

Seit 1999 sind die Sterberaten in Deutschland nahezu konstant. Die relativen 5-Jahres-Überlebenschancen bei dieser Krebsart sind günstig. Dazu trägt auch bei, dass mehr als die Hälfte der Melanome in einem noch frühen Tumorstadium (T1) entdeckt wird. Dieser Anteil hat sich seit 2008 merklich erhöht.

UV-Strahlung wichtigster Risikofaktor

Menschen mit einem hellen Hauttyp, die nicht oder schlecht bräunen, sowie Menschen mit einer größeren Anzahl von Pigmentmalen tragen ein höheres Risiko, an einem Melanom zu erkranken. Als wichtigster exogener Risikofaktor gilt die natürliche oder künstliche UV-Exposition durch Sonne oder Solarien, insbesondere in der Kindheit und Jugend. Besonders wiederkehrende intensive UV-Belastung, wie sie in Sommerurlauben vorkommt, erhöht das Risiko an einem Melanom zu erkranken. Auch die Exposition gegenüber ultravioletter Strahlung am Arbeitsplatz, beispielsweise bei Schweißarbeiten, wird als Krebsrisikofaktor angesehen.

Welche Früherkennungsuntersuchungen gibt es?

Mitte 2008 wurden in Deutschland die Maßnahmen zur Früherkennung aller Formen von Hautkrebs im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennung neu geregelt. Gesetzlich Versicherte beiderlei Geschlechts haben ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Hautuntersuchung durch einen Arzt mit entsprechender Fortbildung (Dermatologen, Hausärzte u. a.).

Stand: 17.12.2015