Navigation und Service

Krebs gesamt

ICD-10 C00-97 (ohne C44)
2012
*) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach Europastandard
MännerFrauen
Neuerkrankungen252.060225.890
standardisierte Erkrankungsrate*440,2348,9
Sterbefälle119.717101.206
standardisierte Sterberate*198,6127,4
5-Jahres-Prävalenz810.300790.500
relative 5-Jahres-Überlebensrate62%67%

Unter ‚Krebs gesamt’ werden alle bösartigen Neubildungen einschließlich der Lymphome und Leukämien zusammengefasst. Nicht berücksichtigt wurden, wie international üblich, Hautkrebsformen mit Ausnahme des malignen Melanoms.

Im Jahr 2012 sind nach ZfKD-Schätzung in Deutschland insgesamt rund 478.000 Krebserkrankungen erstmalig diagnostiziert worden. Davon traten bei Männern circa 253.000 und bei Frauen 226.000 Erkrankungen auf. Etwas mehr als die Hälfte der Fälle betreffen entweder die Brustdrüse (69.600), die Prostata (63.700), den Darm (62.200) oder die Lunge (52.500).

Nach derzeitigem Stand erkranken 51 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen im Laufe des Lebens an Krebs. Krebserkrankungen treten bei Frauen insgesamt etwas seltener, aber tendenziell früher im Lebenslauf auf. Etwa jeder vierte Mann und jede fünfte Frau verstirbt an einer Krebserkrankung.

Überlebensaussichten je nach Krebsart sehr unterschiedlich

Die relativen 5-Jahres-Überlebensraten beschreiben, wie viele Menschen mit einer Krebserkrankung im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung nach fünf Jahren noch leben. Je nach Tumorart unterscheiden sich diese Raten zum Teil erheblich. Sie reichen von über 90 Prozent für das maligne Melanom der Haut, den Hodenkrebs und den Prostatakrebs, bis hin zu Überlebensraten von unter 20 Prozent bei Lungen-, Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie beim Mesotheliom.

Die Überlebensaussichten von Krebspatientinnen und -patienten in Deutschland haben sich in den letzten 30 Jahren insgesamt deutlich verbessert.

Vergleich der relativen 5-/10-Jahres-Überlebensraten, nach Lokalisation und Geschlecht, Deutschland 2011 - 2012 (Periodenanalyse) Vergleich der relativen 5-/10-Jahres-Überlebensraten, nach Lokalisation und Geschlecht, Deutschland 2011 - 2012 (Periodenanalyse)

Rauchen, Übergewicht, Ernährung: Manche Risikofaktoren wären vermeidbar

Für viele Krebserkrankungen sind Entstehungsmechanismen noch nicht ausreichend bekannt oder aber die bekannten Auslöser lassen sich nicht beeinflussen. Präventionsstrategien stehen daher nur für wenige Tumorarten zur Verfügung. Darunter sind allerdings Krebsformen, die viele Menschen betreffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass sich weltweit mehr als 30 Prozent aller Krebsfälle durch Vorbeugung verhindern ließen.

Unter den vermeidbaren Risikofaktoren hat der Tabakkonsum die größte Bedeutung. Nach Schätzungen des ZfKD waren im Jahre 2008 insgesamt etwa 15 Prozent aller Krebserkrankungen in Deutschland dem Rauchen zuzuschreiben. Aber auch Übergewicht und Bewegungsmangel spielen eine erhebliche Rolle.

Nicht nur ein Zuviel an Nahrung, auch die Auswahl der Lebensmittel kann das Krebsrisiko beeinflussen. So ist Alkoholkonsum ein Risikofaktor für mehrere Tumorarten. Auch eine Ernährung mit wenig Obst, Gemüse oder Ballaststoffen bei einem oft gleichzeitig hohen Anteil von rotem Fleisch kann das Risiko einer Krebserkrankung erhöhen.

Chronische Infektionen sind heute für einige verbreitete Krebsarten als Risikofaktoren bekannt. Impfungen oder ursächliche Therapien können zur Senkung des Krebsrisikos beitragen. Nachgewiesen ist dies beispielsweise für die Impfung gegen Hepatitis-Viren als Risikofaktor für Leberkrebs. Erhofft wird ein ähnlicher Effekt auf die Erkrankungsraten des Zervixkarzinoms durch die Impfung gegen humane Papillomviren.

Neben vermeidbaren Faktoren tragen auch genetische Ursachen zum Risiko für Krebserkrankungen bei. Bisher sind jedoch nur wenige dieser Genveränderungen eindeutig identifiziert worden.

Stand: 17.12.2015

Zusatzinformationen

Datenbankabfrage

Datenbankabfrage

Hier haben Sie die Möglichkeit, eigene Abfragen zu aktuellen Neuerkrankungs- und Sterberaten zu starten.