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Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

ICD-10 C53

2012
1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach Europastandard
Frauen
Neuerkrankungen4.640
standardisierte Erkrankungsrate¹9,3
Sterbefälle1.617
standardisierte Sterberate¹2,6
5-Jahres-Prävalenz17.900
relative 5-Jahres-Überlebensrate68%
relative 10-Jahres-Überlebensrate65%

In Deutschland erkrankten 2012 etwas mehr als 4.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Man unterscheidet zwischen einem lokal begrenzten Tumor, der noch nicht in das umliegende Gewebe eingedrungen ist (in-situ-Karzinom), und einer vollständig entwickelten Krebskrankheit, von der Metastasen ausgehen können (invasives Karzinom). Das mittlere Erkrankungsalter beim invasiven Karzinom beträgt 53 Jahre, beim in-situ-Karzinom 34 Jahre.

Die Neuerkrankungsraten der Frauen am invasiven Karzinom verlaufen seit Ende der 1990er Jahre weitgehend stabil, jedoch auf einem deutlich niedrigeren Niveau als noch in den 1980er Jahren. Etwa zwei- bis dreimal häufiger als das invasive wird das in-situ-Karzinom diagnostiziert. Dies ist auch ein Ergebnis der Früherkennung, die auf die Erkennung und Behandlung von Krebsvorstufen abzielt.

Prognosen haben sich verbessert

Die Sterberaten sind seit 1980 ebenfalls deutlich zurückgegangen. Insgesamt sterben in Deutschland derzeit etwa 1.600 Frauen jährlich an Gebärmutterhalskrebs. Vor 30 Jahren waren es noch mehr als doppelt so viele.

Die relative 5-Jahres-Überlebensrate mit einem invasiven Zervixkarzinom liegt bei 69 Prozent. Dies beschreibt die Wahrscheinlichkeit, die nächsten fünf Jahre zu überleben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung gleichen Alters.

Viren erhöhen Krebsrisiko

Dem Gebärmutterhalskrebs liegt in den meisten Fällen eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) zugrunde - auch wenn diese schon Jahrzehnte zurückliegt. Die HP-Viren werden durch sexuellen Kontakt übertragen und ein Großteil aller Frauen wird im Laufe des Lebens infiziert. Meist hält das Immunsystem die Erreger in Schach und eine Infektion verläuft harmlos. Doch bei einem geringen Prozentsatz der Betroffenen "nistet" sich das Virus "ein" und verändert die Zellen des Gebärmutterhalses, so dass ein Tumor entsteht.

Zusätzliche Risikofaktoren sind Rauchen, weitere Infektionen im Genitalbereich mit sexuell übertragbaren Erregern, früher Beginn der sexuellen Aktivität, viele Geburten sowie ein stark geschwächtes Immunsystem. Auch eine langfristige Einnahme oraler Kontrazeptiva („Pille“) wird mit einem leicht erhöhten Erkrankungsrisiko in Zusammenhang gebracht.

Welche Früherkennungsuntersuchungen gibt es?

Als Teil der gesetzlichen Krebsfrüherkennung können Frauen in Deutschland ab dem Alter von 20 Jahren einmal jährlich einen Zellabstrich am Gebärmutterhals (PAP-Abstrich) durchführen lassen. Seit März 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine HPV-Impfung für Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren. Bereits jetzt ist belegt, dass die Impfung die Entwicklung von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals verhindern kann. Die Impfung kann die regelmäßige Abstrich-Untersuchung allerdings nicht ersetzen, da sie nur vor den häufigsten Hochrisiko-Papillomaviren schützt.

Stand: 17.12.2015

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