Navigation und Service

Darmkrebs

ICD-10 C18–21
2012
1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach altem Europastandard
MännerFrauen
Neuerkrankungen33.74028.490
standardisierte Erkrankungsrate¹57,136,8
Sterbefälle13.77212.200
standardisierte Sterberate¹22,413,3
5-Jahres-Prävalenz116.20097.200
relative 5-Jahres-Überlebensrate63%63%
relative 10-Jahres-Überlebensrate58%61%

Unter Darmkrebs werden Krebserkrankungen des Dickdarms, des Mastdarms und seltenere Krebserkrankungen des Afters zusammengefasst. Im Jahre 2012 wurde bei mehr als 62.000 Menschen in Deutschland eine solche Diagnose gestellt. Das Erkrankungsrisiko steigt mit fortschreitendem Alter stetig an. Mehr als die Hälfte der Betroffenen erkrankt ab dem 70. Lebensjahr, nur etwa 10 Prozent vor dem 55. Lebensjahr, also vor der angebotenen Darmspiegelung zur Früherkennung.

Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, nach Geschlecht, ICD-10 C18-C21, Deutschland 1999-2012, je 100.000 (Europastandard) Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, nach Geschlecht, ICD-10 C18-C21, Deutschland 1999-2012, je 100.000 (Europastandard)

Die altersstandardisierten Erkrankungsraten sind seit etwa 2002 bei Frauen und Männern leicht rückläufig. In den letzten Jahren ging auch die absolute Zahl an Neuerkrankungen zurück. Die altersstandardisierten Sterberaten sind in den letzten 10 Jahren bei beiden Geschlechtern um mehr als 20 Prozent gesunken. Darmkrebs gehört zu den Krebserkrankungen mit mittlerer Prognose, fünf Jahre nach Diagnosestellung lebt noch etwa die Hälfte der Erkrankten.

Ernährung beeinflusst Tumorrisiko

Vor allem Ernährungsgewohnheiten wirken sich auf das Darmkrebs-Risiko aus: Übergewicht und Bewegungsmangel, eine fettreiche Ernährung sowie ein geringer Gemüse-Verzehr erhöhen die Wahrscheinlichkeit zu erkranken. Auch Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum können einen Einfluss auf die Tumorentstehung haben. 

Eine Reihe von Faktoren erhöht das Darmkrebsrisiko. Am stärksten wirken sich Rauchen und Übergewicht aus. Es folgen Bewegungsmangel und ballaststoffarme Ernährung. Auch wer regelmäßig Alkohol trinkt oder viel rotes Fleisch beziehungsweise Wurstwaren aus rotem Fleisch isst, erkrankt häufiger.

Verwandte ersten Grades von Patienten mit Darmkrebs sind häufig ebenfalls betroffen. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen steigern in geringerem Umfang ebenfalls das Erkrankungsrisiko.

Welche Früherkennungsuntersuchungen gibt es?

Im Rahmen der Krebsfrüherkennung können gesetzlich krankenversicherte Personen im Alter von 50 bis 54 Jahren jährlich einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl durchführen lassen. Ab dem Alter von 55 Jahren besteht ein Anspruch auf eine Darmspiegelung (Koloskopie). Bei dieser Untersuchung können gegebenenfalls Darmpolypen gleich entfernt werden, die sich sonst potentiell zu bösartigen Tumoren entwickeln könnten. Bei unauffälligem Befund kann nach zehn Jahren erneut eine Koloskopie in Anspruch genommen werden. Alternativ zur Darmspiegelung können Versicherte ab dem Alter von 55 Jahren alle zwei Jahre den Stuhltest wahrnehmen, der bei einem auffälligen Befund durch Koloskopie abgeklärt wird.

Stand: 17.12.2015

Zusatzinformationen

Datenbankabfrage

Datenbankabfrage

Hier haben Sie die Möglichkeit, eigene Abfragen zu aktuellen Neuerkrankungs- und Sterberaten zu starten.