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Brustkrebs (Mammakarzinom)

ICD-10 C50
2011
1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach Europastandard
MännerFrauen
Neuerkrankungen59469.663
standardisierte Erkrankungsrate¹1,0117,1
Sterbefälle15917.815
standardisierte Sterberate¹0,324,2
5-Jahres-Prävalenz2.272315.555
relative 5-Jahres-Überlebensrate74%87%

Mit rund 70.000 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Das Mammakarzinom tritt wesentlich früher auf als die meisten anderen Krebsarten. Etwa jede vierte betroffene Frau ist bei Diagnosestellung jünger als 55 Jahre, jede zehnte unter 45 Jahre alt – ein Alter, in dem die meisten übrigen Krebserkrankungen zahlenmäßig noch kaum eine Rolle spielen. Die Neuerkrankungs- und Sterberaten folgen in Europa einem Ost-West Gradienten, auch in den neuen Bundesländern liegen sie immer noch deutlich niedriger als in den alten.

Wie wirkt sich das Mammographie-Screening aus?

Nach Einführung des Mammographie-Screenings in Deutschland ab 2005 stiegen die Erkrankungsraten zunächst sprunghaft an. Seit 2009 sind sie allerdings wieder leicht rückläufig. Dies deutet darauf hin, dass in der ersten Phase des Programms viele Tumoren deutlich früher entdeckt wurden als ohne Screening. Dies spiegelt sich auch darin wider, dass der Anteil kleinerer Tumoren (T1) in der Screening-Altersgruppe sichtbar höher liegt als noch vor Einführung des Screenings. Möglicherweise wurden allerdings auch einige Tumoren diagnostiziert, die sonst lebenslang unerkannt geblieben wären und keine Beschwerden verursacht hätten (Überdiagnose).

Trotz der gestiegenen Erkrankungszahlen sterben heute weniger Frauen an Brustkrebs als noch vor 10 Jahren. Durch Fortschritte in der Therapie haben sich die Überlebenschancen deutlich verbessert. Frühestens ab etwa 2015 wird erkennbar sein, ob das Screening die Brustkrebssterblichkeit weiter senken kann.

Hormone beeinflussen das Brustkrebsrisiko

Eine frühe erste und eine späte letzte Regelblutung sind mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs verknüpft. Je länger der Zeitraum, in dem die Hormon-Level monatlich schwanken, desto höher die Wahrscheinlichkeit zu erkranken. Kinderlosigkeit oder ein höheres Alter bei der ersten Geburt wirken sich ebenso aus. Umgekehrt verringern mehrere beziehungsweise frühe Geburten und längere Stillzeiten das Erkrankungsrisiko. Eine Hormonersatztherapie in und nach den Wechseljahren, insbesondere mit einer Kombination aus Östrogenen und Gestagenen, steigert das Risiko eines Mammakarzinoms. Hormonhaltige Ovulationshemmer („Pille“) beeinflussen die Erkrankungshäufigkeit hingegen nur geringfügig.

Übergewicht und Bewegungsmangel nach den Wechseljahren erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Brustkrebs, auch Alkohol ist als Risikofaktor belegt. Zudem gibt es Hinweise auf eine risikosteigernde Wirkung von Aktiv- und Passivrauchen.

Eine familiäre Häufung von Brust- oder Eierstockkrebserkrankungen ist ebenfalls ein Risikofaktor. Eine Veränderung der „klassischen" Brustkrebsgene BRCA1 und BRCA2 liegt nur in etwa fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebsfälle zugrunde.

Welche Früherkennungsuntersuchungen gibt es?

Das gesetzliche Früherkennungsprogramm bietet Frauen ab 30 Jahren die Möglichkeit einer jährlichen Tastuntersuchung beim Arzt. Zwischen 2005 und 2009 wurde in Deutschland das qualitätsgesicherte Mammographie-Screening-Programm eingeführt. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden seitdem alle zwei Jahre zu einer Röntgenuntersuchung der Brust eingeladen.

Stand: 25.03.2015

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